Anna Nekhames

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Anna Nekhames, Sopran

"Ich bin eine junge Koloratursopranistin aus Moskau. Ich liebe meine Familie und Freunde, mag es, in Wien zu studieren und arbeiten, und genieße Oper und Kunst." Erst kürzlich gewann Anna Nekhames den internationalen Haydn-Wettbewerb, seit September 2020 ist sie Mitglied des Opernstudios an der Wiener Staatsoper, an der Wiener Volksoper war sie bereits als Königin der Nacht zu erleben.

Was ist Kunst?

Kunst ist eine kreative Reflexion der Wahrnehmung der Realität.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ich bin zu Kunst gekommen durch den Kinderchor des Bolschoi Theaters in Moskau, wohin meine jüngere Schwester und ich geschickt wurden, als wir 9 und 7 Jahre alt waren.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Meiner Meinung nach kommt es gleichzeitig von wollen und können: man spürt in sich irgendeine Kraft, ein Talent für etwas, was irgendwie gut funktioniert und viel Freude bringt; deswegen kommt auch viel Lust und ein großer Wille, dieses Potential zu realisieren.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

In Rahmen des Opernstudios kann ich auf der Bühne der Wiener Staatsoper auftreten – für mich ist das mehr als ein Traum.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Es ist schwer, jemanden Konkreten zu nennen, weil ich immer gerne mit Menschen arbeite, die offen, herzlich und professionell sind – und in unserem Beruf sind eigentlich alle KollegInnen so.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ein bisschen Markt ist schon ein Teil der Kunst: es gibt eine finanzielle Seite, die auch wichtig ist. Dennoch sollte sie nicht Ziel oder Schwerpunkt sein.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Der Markt verträgt viel Kunst, weil es vonseiten des Publikums eine Nachfrage gibt.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Wahrscheinlich für Lebensmittel für meine Familie

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Hoffentlich immer noch auf der Bühne.

Haben Sie einen Plan B?

Ich habe auch eine pädagogische Musik-Ausbildung; es gefällt mir zu unterrichten und zu sehen, wie Resultate erzielt werden. Auch mag ich Sprachen sehr gerne, vielleicht könnte ich mich auch mit Übersetzungsarbeiten beschäftigen. Zudem kenne ich die Struktur und Organisation des Theaters als Institution sehr gut: am Bolschoi Theater habe ich nach dem Kinderchor auch als Chorinspektorin gearbeitet, d.h. die organisatorische Seite ist mir bekannt. Vielleicht könnte ich auch etwas in diese Richtung machen.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Im Theater habe ich den Namen einer neuen Kollegin bei der Probe vergessen, das war mir sehr peinlich.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich möchte mit meiner Arbeit den Menschen etwas Gutes und Schönes bringen, viel Schönheit und Freude geben und sie dadurch vielleicht verändern, sodass sie sich glücklicher fühlen. Und wenn sich einzelne Menschen nach und nach verändern, dann verändert sich langsam auch die Welt.