Meat Loaf

AP/ANDY KROPA

1947-2022

Sänger Meat Loaf ist tot

Der Sänger und Schauspieler Meat Loaf - mit bürgerlichem Namen Michael Lee Aday - ist tot. Er starb im Alter von 74 Jahren im Kreise seiner Familie. Weltbekannt wurde er in den 1970er Jahren mit dem Album "Bat Out of Hell", danach prägten neben seinen großen Erfolgen auch dramatische Abstürze sein Leben.

Seine erstaunliche Karriere habe sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, in denen er weltweit über 100 Millionen Alben verkaufte und in über 65 Filmen mitspielte. Die Todesursache werde nicht bekanntgegeben, sagte sein langjähriger Agent Michael Greene dem Branchenmedium Deadline.com.

Fans erreichte die Nachricht von Meat Loafs Tod am Freitag durch eine Nachricht auf seiner Facebook-Seite. „Mit gebrochenen Herzen geben wir bekannt, dass der unvergleichliche Meat Loaf heute Abend verstorben ist, mit seiner Frau Deborah an seiner Seite. Die Töchter Pearl und Amanda und enge Freunde waren in den letzten 24 Stunden bei ihm", hieß es.

The Rocky Horror Picture Show (USA 1975), Meat Loaf als Eddie.

ORF/SEVENONE/1975 HOUTSNEDE MAATSCHAPPI

"The Rocky Horror Picture Show"

Musicals, Alben, Filme und "Bat Out Of Hell"

Im Alter von 20 Jahren begann die musikalische Karriere des Sängers mit der voluminösen Stimme, der auch eine Schauspielausbildung absolvierte. Er zog nach Los Angeles, sprach für Rollen in Musicals vor und sicherte sich Engagements in "Hair" und "The Rocky Horror Picture Show". Bei den Proben zu dem Musical "More Than You Deserve" traf er 1974 auf den Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, mit dem er kurz darauf "Bat Out Of Hell" schuf.

Dieses Album gehört bis heute zu den meistverkauftesten Alben aller Zeiten. Meat Load war über Nacht zum Weltstar geworden.

Auf der folgenden Welttournee ruinierte sich der Rock-Koloss seine vier Oktaven umfassende Stimme. Meat Loaf stürzte ab: Depressionen und eine Alkoholsucht setzten ihm zu. Seine Manager verklagten ihn, er war pleite und auch die Freundschaft zu Steinman ging in die Brüche. Die folgenden Platten waren wenig erfolgreich.

Karla de Vito und Meat Loaf, 1978

Karla de Vito und Meat Loaf, 1978

AP

Eines der größten Comebacks der Musikgeschichte

Doch Meat Loaf rappelte sich auf. Anfang der 1990er Jahre versöhnte er sich mit Steinman und produzierte mit ihm das zweite "Bat Out of Hell II"-Album, das heute für eines der größten Comebacks der Musikgeschichte steht. Die erste Auskopplung "I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)" eroberte die Charts - 16 Jahre nach seinem ersten internationalen Erfolg war er wieder ganz oben.

In seinen Songs geht es häufig um den siegreichen Kampf des Guten über das Böse. "Die Regel bei jeder meiner Platten, eigentlich die Regel meines ganzen Lebens war immer die gleiche", sagte Meat Loaf einmal in einem Interview. "Eines Tages werden wir zurückschauen - und lachen."

Meat Loaf, 2010

Meat Loaf, 2010

APA/HERBERT PFARRHOFER

Bleibender Spitzname

Wie er zu seinem Spitznamen kam, der übersetzt Fleischlaibchen bedeutet, erzählte er einmal in einem Interview: "Mein Vater nannte mich 'Meat', weil ich als Baby so rot war. Auf der Highschool wurde ich dann irgendwann von meiner Footballmannschaft 'Meat Loaf' genannt."

Gestaltung: apa/red; Audio: ORF/David Baldinger

Übersicht