Samuel Walter

JÜRGEN LIPPERT

Ö1 Talentebörse

Samuel Walter, Trompete

In Kooperation mit den österreichischen Kunstuniversitäten präsentiert Ö1 junge Künstlertalente Österreichs. Der Trompeter Samuel Walter war er bereits mit 15 Jahren Jungstudent an der Robert Schumann Düsseldorf. Heute ist Samuel Walter Masterstudent bei Martin Wagemann in Graz und Solo-Trompeter bei den Bühnen Bern. Ebenso ist er gern gesehener Gast bei den großen Orchestern Deutschlands und Europas, wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Oslo-Filharmonien, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem WDR Funkhausorchester, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, der Deutschen Oper Berlin und vielen weiteren.

Ich bin eine ehrgeizige und selbstbewusste Persönlichkeit und ich glaube das hat mein Musikschaffen sehr geprägt. Ich denke alle positiven und alle negativen Effekte daraus haben zu dem beigetragen, wer ich bin und wie ich Musik mache

Was ist Kunst?

Kunst ist für mich Entdeckung. Sich selbst, sein Gegenüber und die Welt um uns herum zu entdecken und verstehen. Für mich war das bereits sehr früh von großer Relevanz, ich war nie ein wahnsinnig (im klassischen Sinne) talentierter Trompeter, aber ich war neugierig und hatte wahnsinnig viel zu entdecken. Über das Instrument, die Musik und mich selbst und mehr.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Meine Mutter unterrichtet Querflöte und hat mich und meinen Zwillingsbruder zum Instrumente ausprobieren mitgenommen. Und als ich dann mit 14 die ehemaligen Solotrompeter der Berliner und Wiener Philharmoniker auf der Bühne sah, da wusste ich, dass ich das machen will, was die machen. Ich habe immer wieder auch Phasen gehabt, wo ich gezweifelt habe, ob ich das wirklich will und doch ist die Liebe zur Kunst und der Wille immer stärker gewesen.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Das finde ich ist eine gute Frage. Ich denke ein bisschen aus allem. Ich „konnte“ am Anfang nicht gut Trompete spielen, aber ich hatte schon früh auch was zu sagen mit der Musik und zum Glück kann man sich Können erlernen. Ein bisschen „muss“ gehört dazu, zum einen der menschliche Drang als „MUSS“ sich auszudrücken, aber auch die Disziplin, um am Ende auch das sagen zu können, was man sagen will, und schlussendlich muss man natürlich etwas sagen wollen. Für sich und seine Stimme Einstehen und eventuell auch kämpfen wollen.

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Tatsächlich habe ich sehr viele der Orte, wo ich mal spielen wollte auch bespielen dürfen. Einer der wenigen Säle, die ich bisher noch nicht bespielen durfte, ist der Musikverein in Wien!

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Da gibt es wirklich so viele interessante Künstler. Dirigenten wie Kirill Petrenko, Gustavo Dudamel, Tom Koopmann, Theodor Currentzis oder Klaus Mäkelä. Und Musiker und Solisten noch viel mehr!

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ich glaube an sich ist der Markt auch durchaus wichtig, dass die Qualität der Kunst hochgehalten wird, andererseits ist es wahnsinnig wichtig Kunst zu fördern, da so viele wichtige Kunst, gerade Gesellschaftskritische keine Chance hätte und viele Projekte einfach rein wirtschaftlich nicht umsetzbar wären.

Und wie viel Kunst verträgt der Markt?

Das kommt, denke ich, auf die Gesellschaft an, in der die Kunst gemacht wird und existiert.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für die Musik und was auch immer an Material ich benötige, um für mich und meine Familie zu sorgen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich würde wahnsinnig gerne im Orchester weiterspielen, ich unterrichte ganz gerne und würde das gerne ausbauen.

Haben Sie einen Plan B?

Nein, hatte ich und wollte ich nie. Ein Plan B lenkt ab von Plan A. Natürlich gäbe es Optionen, aber erst im Falle des echten Scheiterns.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Kürzlich im Sinfoniekonzert gab es einen Moment, wo das Blech Windgeräusche durchs Instrument machen musste, und unabsichtlich haben die Lippen angefangen zu schwingen. Der entstandene Ton fiel leider sehr unangenehm auf.

Wollen Sie die Welt verändern?

Wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme, selbstverständlich. Ich glaube viele Dingen müssen sich auf der Welt dringend ändern. Ich glaube Musik kann das unterbewusst sehr gut. Und auch im Kunst-System muss sich viel verändern.

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