Menschen vor Riesenbüchern

APA/DPA/HENDRIK SCHMIDT

Kontext

Sachbücher im April

Die monatlich erscheinende Sachbuch-Bestenliste der Medienpartner "Die Literarische Welt", Radiosender WDR 5, "Neue Zürcher Zeitung" sowie Ö1.

Unabhängiges Gremium

Unsere Liste wird von einem unabhängigen Gremium erstellt, dem Fachjournalisten und renommierte Publizisten angehören, darunter Wissenschaftler wie Herfried Münkler und Jochen Hörisch. Das Gremium, das ab Januar noch erweitert werden wird, ermittelt monatlich zehn Bücher auf Basis von Punkten. Jeder Juror, jede Jurorin kann 8, 6, 4 oder 2 Punkte für vier Bücher vergeben.

1. Jörg Baberowski

"Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie", C. H. Beck Verlag, 208 Seiten

2. Eva von Redecker

"Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus", S. Fischer Verlag, 269 Seiten

3. George Orwell

"Zeilen der Zeit. Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch", übersetzt von Lutz-W. Wolff, Verlag Philipp Reclam jun., 267 Seiten

4. Susanne Heim

"Die Abschottung der Welt. Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen 1933 - 1945", C. H. Beck Verlag, 384 Seiten

5. Matthias Brandt

"Nein sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern und die persönliche Verantwortung heute", Verlag Kiepenheuer & Witsch, 120 Seiten

6. Hans Ulrich Gumbrecht

"Sepp. Mein Leben auf Halbdistanz", Suhrkamp Verlag, 493 Seiten

ex aequo, Volker Ullrich

"Helmuth James von Moltke, oder: wie man den Mut zum Widerstand findet", C. H. Beck Verlag, 428 Seiten

8. Daniel Cohn-Bendit /Marion van Renterghem

"Erinnerungen eines Vaterlandslosen", übersetzt von Petra Willim, Verlag Jacoby & Stuart, 216 Seiten

9. Bernhard Schlink

"Gerechtigkeit", Diogenes Verlag, 199 Seiten

10. Armin Nassehi

"Anmerkungen zum Antisemitismus. Die Funktion der Judenfeindschaft und das westliche Selbstverständnis", C. H. Beck Verlag, 237 Seiten

"Bis zum Jahr 2014 war die Ukraine für die allermeisten Deutschen ein blinder Fleck. Welche tieferliegenden historischen Ursachen das hat und wie eng die Geschichten beider Länder verknüpft waren, zeigt das aktuelle Buch des Münchner Osteuropa-Experten. Er schlägt einen großen Bogen von der deutschen Unterstützung der ukrainischen Nationalbewegung im Ersten Weltkrieg über deren Kollaboration mit dem NS-Regime und die Folgen des deutschen Vernichtungskrieges bis hin zu der ambivalenten Politik von Angela Merkel und Olaf Scholz, in der diese spannungsvolle Geschichte bis vor Kurzem nachwirkte. Seine These lautet, dass wir uns allzu lange 'den russischen imperialen Blick auf die Ukraine zu eigen' gemacht haben." (Barbara Stollberg-Rilinger)