ORF/Yasmin Sowa
Exklusiv für Ö1 Club-Mitglieder
Der Gesang der Nachtigall
Mitte April programmierte Ö1 unter dem Titel "Ö1 zwitschert" einen ganzen Tag zum Thema Vögel. Eröffnet hatte das Programm - naturgemäß in aller Früh - der Gesang der Nachtigall, aufgenommen vom Ö1 Tonmeister Martin Leitner, der seine Freizeit damit verbringt, mit Mikrofon und Aufnahmegerät dem Gesang unserer gefiederten Freunde zu lauschen.
21. September 2026, 19:18
Gesang der Nachtigall
Aufgenommen von Martin Leitner
Das Publikumsecho auf diese unerwartete morgendliche Intervention war derart positiv, dass wir uns entschlossen haben, im Rahmen unserer Aktionen zu 30 Jahre Ö1 Club die extended version dieser Aufnahme den Ö1 Club-Mitgliedern zum Download zur Verfügung zu stellen - 100 Minuten Nachtigall.
Gesang der Nachtigall - mp3
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Gesang der Nachtigall - wav | 44,1kHz/16bit
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Gesang der Nachtigall - wav | 96kHz/24bit
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Martin Leitner über seine Aufnahme
Ich habe die Aufnahme um 3:10 Uhr gestartet und sie endet circa drei Stunden später, nach Sonnenaufgang. Dazwischen fielen einige Passagen dem Schnitt zum Opfer: Flugzeuge, die minutenlang hörbar den Himmel querten, vorbeifahrende Bundesheerpatrouillen, die die grüne Grenze bewachten.
ORF/Martin Leitner
Aufnahmetechnisch war es ein Experiment. Ich hatte mir eine Ausrüstung aus den 1970er Jahren besorgt: Ein tragbares Tonbandgerät (NAGRA IVs mit 38cm/s Bandgeschwindigkeit, dazu einige Tonbandspulen) und ein Kunstkopfmikrophon (Neumann KU 84). Als der Bandvorrat zur Neige ging, habe ich die Aufnahme mit einem Digitalrecorder fortgesetzt (Sound Devices 633 in 96kHz/24bit). Der Wechsel von analog auf digital bei Minute 58 ist kaum hörbar.
In den ersten 25 Minuten ist die Situation sehr statisch: Eine Nachtigall sehr nah, leicht rechts, und eine zweite links, weiter weg im Nachbarrevier. Rechts, weit entfernt, immer wieder ein Uhu, ganz leise eine Rohrdommel, Laub- und Wasserfrösche, gelegentliche Rufe von Fasanen.
Später Kuckucksrufe (die davor schon von den Nachtigallen vorweggenommen schienen), zuerst einzeln, dann in besonderer Dichte, Mönchsgrasmücken, ein Buchfink. Bei Minute 56 taucht von rechts eine dritte Nachtigall auf, die Gesangskulisse wird immer dichter. Bis dahin verharrte die Nachtigall im Vordergrund immer an derselben Stelle, dann wird sie unruhig und wechselt immer wieder ihre Position, setzt ihren Gesang aber unermüdlich fort.
Ich hoffe, dass das Lauschen dieser Aufnahme, so wie bei mir als Ersthörer, auch bei Ihnen etwas vom Glück herbeiruft – und ganz ohne Mückenstiche, versteht sich ;-)
Übrigens: da es sich um eine Kunstkopfaufnahme handelt, empfehle ich das Hören mit guten Kopfhörern.
