Glaskuppel der Astoria Garage

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Bildende Kunst

Kunstmesse: Erste Astoria Artshow in Wien

Wiens Galerien reagierten auf Absage der viennacontemporary mit einer eigener Messe Was klein begonnen hatte, wurde nun eine Leistungsschau von über 80 Galerien mit internationaler Beteiligung. Auch die Location beeindruckt - Wiens älteste Hochgarage aus den 1920er Jahren.

Am Donnerstag hat mit der Astoria Artshow eine neue spektakuläre Veranstaltungslocation gezeigt, was in ihr steckt. Die Astoria Garage wurde 1923 im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut und 1935 erweitert. Sie befindet sich in nahezu unverändertem Zustand und wurde bis vor einem Jahr ausschließlich als Parkhaus genutzt.

Die Astoria Artshow ist aus dem Schock über die Absage der viennacontemporary heraus entstanden. 35 Wiener Galerien haben sich im Frühjahr kurzfristig zum Verein "VAU - Vienna Art United" zusammengeschlossen "und plötzlich war da etwas da, was der Szene immer abgesprochen wurde: Geschlossenheit", so Markus Peichl, Geschäftsführer der Galerie Crone und Obmann des Vereins VAU.

Markus Peichl

Präsentation der Astoria Artshow

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In Windeseile kümmerte man sich um Finanzierung (es gibt sowohl Zuschüsse von der Stadt Wien als auch vom Bund, über deren Höhe man sich jedoch beharrlich in Schweigen hüllt), fand mit der Astoria Garage eine außergewöhnliche Herberge.

Bis Sonntag zeigen in der Wiener Josefstadt über 80 Galerien aus ganz Europa rund 400 Werke von 120 Künstlerinnen und Künstlern. Das diesjährige Ausstellungsformat soll den Auftakt für eine neue Wiener Kunstmesse ab 2027 bilden.

Internationale Beteiligung

Die weiteste Anreise hatte wohl Yeajin Scarlett Lee, Direktorin der südkoreanischen The Third Gallery, die kürzlich nach Leipzig expandiert hat und dort, wo früher Autos parkten, Werke von Jungwon Phee präsentiert, der seine Arbeiten als "Tagebuch der Erinnerungen" bezeichnet, wie sie im APA-Gespräch erzählte. Für seine klein- wie großformatigen Werke verwendet er eine Mischung aus feinem Zement und Öl und imaginiert Eindrücke, die er als junger Migrant in Vancouver in der Natur gewonnen hat.

Leuchtschrift "Sex Worker"

Tadej Pogacar, "Human Trade Game"

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Der slowenische Künstler Tadej Pogacar, den die Galerie P74 aus Ljubljana mit einer Videoarbeit sowie seinem "Human Trade Game" namens "Monapoly" präsentiert, widmet sich in seinen Arbeiten dem Thema Sexarbeit.

Eine ungewöhnliche Begegnung bietet die "Mobile Wilderness Unit - Wolf" des US-Künstlers Mark Dion, die die Galerie Lombardi-Kargl prominent präsentiert: Auf einem Anhänger stellt der Künstler einen ausgestopften Wolf in einer Naturlandschaft aus, womit er die museale Konstruktion und Repräsentation von Natur hinterfragen will, wie es im Booklet heißt.

Ein ausgestopfter Wolf auf einem Anhänger

Mark Dion, "Mobile Wilderness Unit - Wolf"

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Passend zur Location hat der aus Neuseeland stammende Künstler Nik Geene (Shore Gallery), der im von Casandra Hermann kuratierten Nachwuchsprogramm "Zone 1" präsentiert wird, gleich ein ganzes Auto in der Garage platziert: Die Fenster sind verklebt, aus dem Inneren dringt ein kaum zu erkennender Remix des Songs "Jolene", während die Scheinwerfer auf der gegenüberliegenden Wand ein weiteres Werk des Künstlers ausleuchten.

Schwarzes Auto in einer Ausstellungshalle

Nik Geene mit "Jolene"

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Ins Auge springen auch die Skulpturen von Koloman Wagner (Mario Mauroner Contemporary Art): In seinen Arbeiten übersetzt der studierte Physiker musikalische Formen in filigrane Holzgebilde. Das Publikum kann sich aber auch selbst betätigen: In einem "Drive In" des C/O Vienna-Magazins können via Siebdruck ausgewählte Motive wie ein Auto oder der Schriftzug "we are very dirty" auf Textilien wie einen Tanga, ein Geschirrtuch oder eine Tasche gedruckt werden.

Rampe der Astoria Garage

Rampe der Astoria Garage

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Wer die Höhenunterschiede zwischen den drei Ausstellungsebenen und der Rooftop Bar nicht zu Fuß überwinden will, hat neben einem kleinen Lift auch die Möglichkeit, sich via Golf Carts ins nächste Stockwerk chauffieren zu lassen.

Doch das Schlendern über die steil ansteigenden, spiralförmigen Straßen unter der riesigen Lichtkuppel ist ein eigenes Erlebnis, bieten sich doch immer wieder spannende Ein- und Ausblicke auf die auf den Decks ausgestellte Kunst.

Text: APA/red.

Service

Astoria Artshow, 10. bis 13. September, 12-19 Uhr, 8., Trautsongasse