Bücherstapel

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Sachbücher und Themen

Von den Krisenherden dieser Welt über Entdeckungen der Neurowissenschaften bis zu den schönen Künsten. "Kontext" bietet Orientierungsservice im Sachbuch-Dschungel. Reportagen, Diskussionen, Rezensionen, Studiogespräche, Hintergrundberichte zu spannenden Büchern über Zeitgeschichte, Wirtschaft und Wissenschaft. Und ab und zu darf auch gelacht werden.

Thomas Piketty: "Kapital und Ideologie"

Für die einen ist er ein kryptokommunistischer Umverteiler, für die anderen so etwas wie ein Rockstar der modernen Wirtschaftswissenschaften - gleichgültig lässt er kaum jemanden. Der französische Ökonom Thomas Piketty hat 2014 mit seinem Monumentalwerk "Das Kapital im 21. Jahrhundert" einen Sensationsbestseller vorgelegt. Jetzt legt Piketty nach - mit 1.300 Seiten es noch umfangreicher ausgefallen als sein Erstling. Zentraler Gegenstand von Pikettys aktuellem Buch ist das Thema "Ungleichheit". Der französische Ökonom hegt keinen geringeren Ehrgeiz als den, eine empirisch fundierte Globalgeschichte der Ungleichheit vorzulegen. Auf eingängige und faktensichere Art und Weise analysiert Piketty die Funktionsweise von unterschiedlichen Gesellschaftsformationen; dazu gehören mittelalterliche Feudalgesellschaften und afrikanische Kolonialreiche ebenso wie Sklavenhalterregime auf den Antillen, repressive Ölmonarchien am Persischen Golf und hyperkapitalistische westliche Gesellschaften von heute. Für den französischen Ökonomen unterliegt es keinem Zweifel, dass wir mehr Gleichheit und mehr Lebensglück für die Vielen brauchen.

Thomas Piketty, "Kapital und Ideologie"; übersetzt von André Hansen, Enrico Heinemann, Stefan Lorenzer, Ursel Schäfer und Nastasja Dresler; C. H. Beck

Günter Kaindlstorfer

Ronald D. Gerste: "Wie Krankheiten Geschichte machten"

Der Arzt und Historiker Ronald Gerste untersucht, welche Krankheiten welche Auswirkungen auf das Weltgeschehen hatten. In überschaubaren Kapiteln begibt sich der Autor auf eine medizinisch-historische Reise. Details, die Krankheitssymptome oder damalige Behandlungsmethoden betreffen, lassen den Leser erschauern. Die Pathobiografie, die der Autor hier betreibt, also die Verknüpfung von Medizin und biografischer Geschichtsschreibung, lässt ihn mutmaßen, wie sich der Lauf der Welt verändert hätte, wäre dieser oder jener Herrscher nicht erkrankt. Was wäre anders verlaufen? Und welche Auswirkungen hatten große Epidemien wie Cholera, Tuberkulose oder die Pest? Letztere brachte für viele Überlebende Verbesserungen ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation. Es herrschte Arbeitskräftemangel, weshalb der Handwerkergeselle und vor allem der Landarbeiter gegenüber dem Landbesitzer oder dem Grundherrn eine ungewöhnlich gute Verhandlungsposition hatte. Krankheiten sorgten stets für ein Umdenken, in Medizin, Gesellschaft und Politik: neue Medikamente wurden gefunden, hygienische Maßnahmen gesetzt, Frauen in der Thronfolge berücksichtigt, so das Fazit des Autors.

Ronald D. Gerste: "Wie Krankheiten Geschichte machten - Von der Antike bis heute", Klett-Cotta

Uli Jürgens

Madlen Ziege: "Kein Schweigen im Walde"

Unterhalten sich Stadt - und Landkaninchen über unterschiedliche Dinge? Die Antwortet lautet ja. Noch erstaunlicher ist das Wie des Informationsaustausches dieser Tiere. Sie nutzen dazu nämlich gemeinsame Kot- und Urinstellen. Diese Latrinen übernehmen bei Tieren in etwa dieselbe Funktion wie bei uns Menschen die sozialen Medien, meint die Verhaltensbiologin Madlen Ziege. Aber auch die Pflanzen kommunizieren miteinander und auch mit Tieren. Über Duftstoffe und auch über Töne, die sie von sich geben. Von Geigern über Trommlern bis zu Bläsern ist da alles dabei. Faszinierend.

Madlen Ziege, "Kein Schweigen im Walde - Wie Tiere und Pflanzen miteinander kommunizieren", Piper

"Kontext"-Heimstudiogespräch mit Wolfgang Ritschl

Sandra Winkler: "Das Kinderverstehbuch

Wenn man wochenlang seine Kinder rund um die Uhr betreuen muss, dann ist es ganz hilfreich, ihre Marotten einordnen zu können. Worüber man im Alltag gerne hinwegsieht, wird in der Heimquarantäne, wenn man Homeoffice machen will und auch noch kochen und putzen muss, mitunter zum Anlass eines Schreianfalls. Schließlich hat man dem Kind doch schon hundertmal gesagt, dass es nicht auf dem Sofa hüpfen darf. Und warum wollen Kinder dauernd auf Knöpfe drücken? Und sich verstecken, obwohl sie darin ganz schlecht sind? Auf 40 Fragen hat Sandra Winkler 40 Antworten gesammelt. Auf Sofas springen Kinder etwa deswegen so unermüdlich, weil es für kleine Kinder immer noch etwas Besonderes ist, überhaupt hüpfen zu können. Das erfordert Koordination, Gleichgewicht und Ausdauer. Und verursacht, wenn es endlich unfallfrei gelingt, ein großes Gefühl von Leichtigkeit. Auch bei Erwachsenen, die sich ja nur noch selten dazu hinreißen lassen, fügt die Autorin hinzu. Beim Sprung-Spektakel wird zudem das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Kinder springen sich glücklich - und springen vor Glück. Das sollte einem sein Sofa also wert sein.

Sandra Winkler, "Das Kinderverstehbuch - Alles über Schnullerwerfer, Gemüseverweigerer und Matratzenhüpfer", dtv

Birgit Dalheimer

Krankenbetten, 1918

AP/EDWARD A. ROGERS

Laura Spinney: "1918 - Die Welt im Fieber"

Als wäre der Erste Weltkrieg nicht schon genug Katastrophe gewesen, folgte dem ohnehin brüchigen Frieden eine Epidemie. Binnen weniger Wochen erkrankte 1918 ein Drittel der Weltbevölkerung an der Spanischen Grippe. Egon Schiele fiel ihr zum Opfer, Guillaume Apollinaire, Max Weber, aber auch Frederick Trump, der Großvater des heutigen US-Präsidenten. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie fragen sich nun viele, ob es nicht Parallelen zur Spanischen Grippe gibt. Laura Spinney hat die Auswirkungen der Spanischen Grippe auf die Gesellschaften der Welt aufgearbeitet - und so kann man aus ihrem Buch vielleicht einiges für die Post-Corona-Zeiten lernen.

Laura Spinney, "1918 - Die Welt im Fieber: Wie die Spanische Grippe die Gesellschaft veränderte", S. Fischer Verlag, (Wiederholung vom 13. 7. 2018)

Bea Sommersguter

Die sieben Leben der Marie Schwarz

Sie haben sicher schon einmal beim Altwarenhändler oder auf einem Flohmarkt ein persönliches Dokument einer Ihnen unbekannten Person entdeckt. Ein Fotoalbum zum Beispiel, oder einen Taschenkalender. Vielleicht haben Sie es durchgeblättert und sich überlegt, was für ein Leben diese Person geführt hat, ob sie arm oder reich war, welchen Beruf sie ausübte. Die Erste Group - Nachfolgerin der "Ersten Österreichischen Spar-Casse" hat in ihrem historischen Archiv ein Sparbuch gefunden, das im Jahr 1819 einem jungen Mädchen aus armen Verhältnissen geschenkt wurde. Recht viel mehr ist von Marie Schwarz nicht bekannt. Sieben Autorinnen haben das Experiment gewagt und sich eine Lebensgeschichte ausgedacht.

Vea Kaiser, Gertraud Klemm, Doris Knecht, Lydia Mischkulnig, Angelika Reitzer, Eva Rossmann und Cornelia Travnicek, "Die sieben Leben der Marie Schwarz", Molden Verlag

Uli Jürgens

Helmut Spudich "Der Spion in meiner Tasche"

In Italien haben Mobilfunkbetreiber die Bewegungsdaten der Bevölkerung in der Lombardei gesammelt aus ausgewertet, um die Einhaltung der Quarantänemaßnahmen zu überprüfen. In Österreich passiert dies nun auch, anonymisiert. Noch einen Schritt weiter ist Israel, da darf der Inlandsgeheimdienst die Standortdaten sämtlicher Handynutzer verfolgen, um Menschen aufzuspüren, die Kontakt mit Infizierten hatten. In unserer Empörung darüber sollten wir nicht auf jene Konzerne vergessen, die viel Geschäft machen mit unseren Bewegungsdaten und die diese vielleicht noch mit Gesichts- und Stimmerkennung verknüpfen. Daten, so Helmut Spudich, sind nicht einfach das Öl des 21. Jahrhunderts, sondern ein Treibstoff mit potenzieller Explosionsgefahr, dessen Einsatz geregelt, begrenzt und kontrolliert werden muss.

Helmut Spudich, "Der Spion in meiner Tasche - Was das Handy mit uns macht und wie wir es trotzdem benutzen können", edition a

"Kontext"-Heimstudiogespräch mit Wolfgang Ritschl

Caspar Henderson: "Neue Karte der Weltwunder"

Können Sie die sieben Weltwunder aufzählen oder müssen Sie dafür googeln? Wenn es nach dem britischen Autor und Journalisten Caspar Henderson geht, sind der Koloss von Rhodos, die Pyramiden von Gizeh oder die hängenden Gärten von Babylon sowieso überholt. Caspar Henderson ortet Weltwunder in ganz anderen Disziplinen. Für ihn sind es ungelöste Rätsel der Naturwissenschaften, die er zu "Wundern" erklärt. Sieben davon hat er für sein Buch "Neue Karte der Weltwunder" mit der Euphorie eines Entdeckers erforscht.

Caspar Henderson, "Neue Karte der Weltwunder - Eine Forschungsreise zu den Rätseln der Naturwissenschaften", Übersetzung von Daniel Fastner, Verlag Matthes&Seitz

Ivo Kaufmann

Zwi Kinder sintzen auf einem Holzstapel in der Natur, dunkle Wolken

AFP/ALEXIS HUGUET

Katja Riemann: "Jeder hat. Niemand darf"

Die Filmschauspielerin und Sängerin Katja Riemann engagiert sich seit über 20 Jahren für eine offene Gesellschaft und für Menschenrechte. Sie unterstützt Organisationen wie Amnesty international oder reist als Patin des Kinderhilfswerks UNICEF in Krisengebiete. Über ihre Erfahrungen und Begegnungen bei ihrem Engagement gegen Kinderarmut, Kinderhandel oder die Beschneidung von Mädchen berichtet sie nun in ihrem Buch "Jeder hat. Niemand darf". Katja Riemann macht sich ein Bild über den Einsatz von Vergewaltigung als Kriegsinstrument im Ostkongo. Aus Nepal berichtet sie, wie Mädchen von Familien der unteren Kaste an Menschenhändler verkauft werden und in Katmandu für zehn bis 100 Dollar im Jahr Sklaven ähnlich als Dienstmädchen arbeiten - obwohl Kinderarbeit offiziell seit zehn Jahren verboten ist. Seit ein paar Jahren initiiert die Schauspielerin ihre Projektreisen selbst. Vor drei Jahren entschloss sie sich, auch ihrer eigenen Geschichte nachzuspüren. In Beirut hat ihr Vater - ohne seine Familie - gelebt und Kunst unterrichtet. Im Libanon-Kapitel verbindet Katja Riemann verschiedene Fluchtgeschichten. Dafür besuchte sie auch die Geflüchtetenlager der Syrer, direkt an der syrischen Grenze.

Katja Riemann, "Jeder hat. Niemand darf - Projektreisen", S. Fischer Verlag

Maicke Mackerodt

Karl Schlögel: "Der Duft der Imperien"

Der Historiker Karl Schlögel nutzt den Duft zweier Parfums, "Chanel No.5" und "Rotes Moskau", um die europäischen Abgründe des 20. Jahrhunderts neu zu erzählen. Genaugenommen handelt es sich dabei nämlich um ein und dasselbe Parfum, das unter verschiedenen Namen produziert wurde, im kapitalistischen Westen und in der Sowjetunion. Coco Chanel hat den Duft nämlich einem St. Petersburger Parfümeur, der ihn zum 300-jährigen Jubiläum der Romanows kreiert hatte, abgekauft. Ein apartes Coffee-Table Book ist Karl Schlögels Buch "Der Duft der Imperien" dennoch nicht geworden.

Karl Schlögel, "Der Duft der Imperien - Chanel No.5 und Rotes Moskau", Hanser Verlag

Erich Klein

Benedikt Narodoslawsky: "Inside Fridays For Future"

Am 20. August 2018 setzte sich ein 15-jähriges Mädchen mit einem Transparent vor das schwedische Parlament. Sie machte einen Schulstreik für das Klima. Die Medien wurden neugierig. Andere Schüler folgten ihrem Vorbild. Am 15. März 2019 gingen in Wien Zehntausende auf die Straße, um in Gretas Namen Klimaschutzmaßnahmen einzufordern. Die mittlerweile 16-jährige Schülerin Greta Thunberg war da vom "Time Magazine" bereits zum Menschen des Jahres erklärt worden. Der Journalist Benedikt Narodoslawsky beschreibt in seinem Buch "Inside Fridays For Future" das weltweite Phänomen Greta, mehr aber noch den Aufstieg der österreichischen "Fridays For Future"-Bewegung und stellt diesen in einen Zusammenhang mit der österreichischen Umweltbewegung.

Benedikt Narodoslawsky, "Inside Fridays For Future - Die faszinierende Geschichte der Klimabewegung in Österreich", Falter Verlag

"Kontext"-Studiogespräch mit Wolfgang Ritschl

Harriet Köhler: "Gebrauchsanweisung fürs Daheimbleiben

Das Coronavirus bremst nicht nur das öffentliche Leben an vielen Orten aus, es macht auch Urlaubspläne zunichte. Fernreisen können derzeit mühsam werden – und wer will im Urlaub schon Mühsal auf sich nehmen? Als hätte sie es vorausgesehen, hat die deutsche Journalistin und Restaurantkritikerin Harriet Köhler eine "Gebrauchsanweisung fürs Daheimbleiben" verfasst. Sie will zeigen, dass im Urlaub nicht zu verreisen kein Bekenntnis zur Langeweile ist, ganz im Gegenteil singt sie ein Loblied auf das eigene Zuhause und serviert 14 Tipps für 14 Tage erfülltes Daheimbleiben.

Harriet Köhler, "Gebrauchsanweisung fürs Daheimbleiben", Piper Verlag

Marlene Nowotny

Wolfsfigur von Künstler Rainer Opolka

DPA/SOPHIA KEMBOWSKI

Karolin Schwarz: "Hasskrieger"

Der Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch war für die Journalistin Karolin Schwarz der Anlass, sich in Buchform mit dem aktuellen Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. Rechtsradikale sprechen von der "Integrationslüge", von "Asyl-Irrsinn" und "Multikulti-Totalitarismus", sie nennen Greta Thunberg die "Heilige Jungfrau des Öko-Dschihadismus". Und wollen "Infokriege" anzetteln, um gegen den "Ethnopluralismus" oder die vermeintliche "Diktatur der Political Correctness" ins Feld zu ziehen. Dazu ist ihnen fast alles recht: Provokationen, Tabubrüche, Diffamierungen und Falschmeldungen. Sie operieren dabei durchaus gezielt, mit Strategiepapieren, Trollhandbüchern oder "digitalen Hassmobs". Karolin Schwarz analysiert nun die Methoden und Strategien rechter Akteure, um "Einblick in ein globales, rechtsradikales Ökosystem" zu geben und deutlich zu machen, "wie Stimmungsmache, Rekrutierung und Radikalisierung in digitalen Räumen funktionieren".

Karolin Schwarz, "Hasskrieger - Der neue globale Rechtsextremismus", Herder Verlag

Wolfgang Seibel

Erika Thurner: "Nationale Identität & Geschlecht"

Mit dem Kriegsende 1945 begann in Österreich das Ringen um ein neues österreichisches Selbstverständnis. Der Mehrheit der Bevölkerung war nach dem Ende der NS-Zeit die emotionale Heimat weggebrochen. Neue Identitäten mussten gefunden und gefestigt werden. Die Untersuchung der Politikwissenschaftlerin und Historikerin Erika Thurner zeigt, wie gezielt dabei auf traditionelle Geschlechterrollen zurückgegriffen wurde. Zum einen sollten Frauen am Arbeitsmarkt wieder Platz für die heimgekehrten Männer machen. Zum anderen war man fest entschlossen, das Problem einer niedrigen Geburtenrate zu lösen. Als Heldinnen des Wiederaufbaus wurden die Mütter dafür in den 1950er Jahren gefeiert, die Wochenschauen in den Kinos halfen, die Botschaft zu verbreiten. Doch es ging nicht nur um Wachstum, sondern ganz entscheidend auch darum, ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, sagt Erika Thurner. Sie thematisiert anhand der Bereiche Geschlechter- und Frauenpolitik, Militär und Sport, wie staatlich-nationale Politik Geschlechterverhältnisse mitgeformt hat und wie sie Hierarchien und Polarisierung verstärken oder mindern kann.

Erika Thurner, "Nationale Identität und Geschlecht in Österreich nach 1945", Studien Verlag

Beitrag: Sonja Prieth

Marcus Wadsak: "Klimawandel"

2019 gab es in Österreich und vielen Teilen Europas Rekordtemperaturen. Wobei die alten Rekorde nicht knapp überboten, sondern vielmehr pulverisiert wurden. Auch weltweit waren die sechs wärmsten Jahre die letzten sechs Jahre. Alles nur ein Zufall? Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zufall liegt bei eins zu einer Milliarde. "Das Wetter spielt nicht zufällig verrückt. Wir haben es verrückt. Wir nennen das den Klimawandel." So formuliert es der Fernseh-Wettermann Marcus Wadsak in seinem Buch "Klimawandel - Fakten gegen Fake and Fiction". Die Fakten hat er mit zahlreichen Grafiken illustriert, die es leichter machen, die Prozesse hinter der Erderwärmung zu verstehen. Zweifel daran, dass diese menschengemacht ist, gibt es unter Wissenschaftlern keine. Sehr wohl aber verbreiten Lobbys pseudowissenschaftliche Studien, die Zweifel säen sollen. Marcus Wadsak hat dieses Buch aber auch geschrieben, um klarzumachen, dass es höchste Eisenbahn ist, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. In unser aller Interesse.

Marcus Wadsak: "Klimawandel - Fakten gegen Fake&Fiction", Braumüller Verlag

"Kontext"-Studiogespräch mit Wolfgang Ritschl

Juliane Streich: "These Girls"

Die Geschichte der Popmusik lässt sich auf viele Arten nacherzählen: Triumphe und Tragödien, Erfolge und Misserfolge, große Stars und stille Helden. Für einen ganz speziellen Erzählstrang hat sich nun die deutsche Musikjournalistin Juliane Streich entschieden: die Popmusik aus feministischer Sicht. "Einen Streifzug durch neun Jahrzehnte Musikgeschichte von Aretha Franklin bis Missy Elliott, von Nina Simone bis Beyoncé, von Dusty Springfield bis Gustav bietet dieses Buch, das sich nicht als offizielles Lexikon versteht, sondern als sympathisch-chaotische Sammlung von teilweise sehr persönlichen Texten von Künstlerinnen und Künstlern, Journalistinnen und Journalisten und Fans über Songs, die feministische Anliegen zumindest ein Stück weitergebracht und Musikerinnen, die sie inspiriert haben. Und genau dafür wurde Popmusik ja erfunden: als hörbarer Protest gegen einengende Strukturen und Autoritäten und als tönende Fürsprache und Sichtbarmachung marginalisierter Stimmen und Anliegen.

Juliane Streich, "These Girls - Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte", Ventil Verlag

Ivo Kaufmann

Unwetter

APA/DPA/THOMAS RENSINGHOFF

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