Menschen vor Riesenbüchern

APA/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

Kontext

Sachbücher im September

Die monatlich erscheinende Sachbuch-Bestenliste der Medienpartner "Die Literarische Welt", Radiosender WDR 5, "Neue Zürcher Zeitung“ sowie Ö1.

Unabhängiges Gremium

Unsere Liste wird von einem unabhängigen Gremium erstellt, dem Fachjournalisten und renommierte Publizisten angehören, darunter Wissenschaftler wie Herfried Münkler und Jochen Hörisch. Das Gremium, das ab Januar noch erweitert werden wird, ermittelt monatlich zehn Bücher auf Basis von Punkten. Jeder Juror, jede Jurorin kann 8, 6, 4 oder 2 Punkte für vier Bücher vergeben.

1. Wolfgang Streeck

"Zwischen Globalismus und Demokratie - Politische Ökonomie im ausgehenden Neoliberalismus", Suhrkamp Verlag, 538 Seiten

2. Ralph Bollmann

"Angela Merkel - Die Kanzlerin und ihre Zeit", C.H. Beck Verlag, 800 Seiten

3. Richard Saage

"Otto Bauer - Ein Grenzgänger zwischen Reform und Revolution", LIT Verlag, 256 Seiten

4. Fabian Bernhardt

"Rache - Über einen blinden Fleck der Moderne", Verlag Matthes & Seitz Berlin, 416 Seiten

5. Markus Krajewski, Antonia von Schöning, Mario Wimmer (Hg.)

"Enzyklopädie der Genauigkeit", Verlag Konstanz University Press, 553 Seiten

6. Rudolf Probst, Ulrich Weber (Hg.)

"Friedrich Dürrenmatt - Das Stoffe-Projekt", Textgenetische Edition in fünf Bänden, Diogenes Verlag, zus. 2.208 Seiten

7. Byun-Chul Han

"Infokratie - Digitalisierung und die Krise der Demokratie", Verlag Matthes & Seitz Berlin, 91 Seiten

8. Lucy Pollock

"Das Buch über das Älterwerden (für Leute, die nicht darüber sprechen wollen)", übersetzt von Ulrike Becker, Dumont Verlag, 340 Seiten

ex aequo, Joseph H. Reichholf

"Regenwälder - Ihre bedrohte Schönheit und wie wir sie noch retten können", Illustrationen von Johann Brandstetter, Aufbau Verlag, 270 Seiten

ex aequo, Tim Weiner

"Macht und Wahn - Der politische Krieg zwischen den USA und Russland seit 1945", übersetzt von Christa Prummer-Lehmair, S. Fischer Verlag, 352 Seiten

"'An den Ufern des Amur' beschäftigt sich mit einem Zwischenraum an Chinas Nordostgrenze, mit der 'vergessenen Welt zwischen China und Russland'. Es handelt sich um jenen Grenzraum nördlich der Großen Mauer zwischen dem Baikalsee im Westen und Wladiwostok im Osten, dem Tor Russlands ins Japanische Meer, wo sich Chinesen und Russen mischen oder auch gegeneinander abgrenzen. Ein Sachbuch, wie man es selten findet und dessen Aktualität der Autor am Schluss nur andeutet, wenn er davon spricht, dass 'eine Integration der Region Nordostasien in weiter Ferne' liege, auch da es keinen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan gibt. Viele der Menschen aber, denen er begegnete, fühlten sich als 'Europäer mitten in Asien' und betrachteten den Begriff 'Ferner Osten' als 'eine Art Orientalisierung', und er sagt von ihnen, was übrigens für die Menschen in ganz China gilt: 'Die Menschen an beiden Ufern des Amur und darüber hinaus, sie haben sich ihre Nachbarn nicht ausgesucht.'" (Helwig Schmidt-Glintzer)

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