Menschen vor Riesenbüchern

APA/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

Sachbücher im April

Die monatlich erscheinende Sachbuch-Bestenliste der Medienpartner "Die Literarische Welt", Radiosender WDR 5, "Neue Zürcher Zeitung“ sowie Ö1.

Unabhängiges Gremium

Unsere Liste wird von einem unabhängigen Gremium erstellt, dem Fachjournalisten und renommierte Publizisten angehören, darunter Wissenschaftler wie Herfried Münkler und Jochen Hörisch. Das Gremium, das ab Januar noch erweitert werden wird, ermittelt monatlich zehn Bücher auf Basis von Punkten. Jeder Juror, jede Jurorin kann 8, 6, 4 oder 2 Punkte für vier Bücher vergeben.

1. Jens Malte Fischer

"Karl Kraus - Der Widersprecher", Biografie, Zsolnay Verlag, 1102 Seiten

2. Thomas Piketty

"Kapital und Ideologie", übersetzt von André Hansen, Enrico Heinemann, Stefan Lorenzer, Ursel Schäfer und Nastasja S. Dresler, C. H. Beck Verlag, 1312 Seiten

3. Michael Hampe

"Die Wildnis, die Seele, das Nichts - Über das wirkliche Leben", Carl Hanser Verlag, 304 Seiten

ex aequo, Ruud Koopmans

"Das verfallene Haus des Islam - Die religiösen Ursachen von Unfreiheit", Stagnation und Gewalt, C. H. Beck Verlag, 288 Seiten

5. Roger de Weck

"Die Kraft der Demokratie - Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre", Suhrkamp Verlag, 327 Seiten

6. Patrik Svensson

"Das Evangelium der Aale", übersetzt von Hanna Granz, Carl Hanser Verlag, 256 Seiten

7. Zoran Terzik

"Idiocracy - Denken und Handeln im Zeitalter des Idioten", Diaphanes Verlag, 360 Seiten

8. Alexandre Grandazzi

"Urbs - Roms Weg zur Weltmetropole", übersetzt von Clemens Klünemann, Sabine Grebing, Regine Schmidt und Nathalie Lemmens, Verlag Philipp von Zabern (wbg), 976 Seiten

9. Fred Pearce

"Fallout: Das Atomzeitalter - Katastrophen, Lügen und was bleibt", übersetzt von Tobias Rothenbücher, Verlag Antje Kunstmann, 350 Seiten

10. Stefan Koldehoff/Tobias Timm

"Kunst und Verbrechen", Galiani Verlag, 319 Seiten

Nicht mehr ganz neu, aber dafür in Corona-Zeiten besonders wichtig: Marina Garcés "Neue Radikale Aufklärung". Nach Moderne und Postmoderne lässt sie die "Postume Kondition" der Menschheit beginnen. Marina Garcés diskutiert den "antiaufklärerischen Krieg" der zeitgenössischen Gesellschaft, die zynisch daran glaubt, was in jedem Moment das Beste für sie ist und die dem "Solutionismus" frönt, dem Alibi eines Wissens, das nicht mehr darauf zielt, uns als Personen oder als Gesellschaft besser zu machen. In Verbindung mit der Neutralisierung jeder Kritik steuern wir, so Garcés, auf eine smarte Welt für unheilbar dumme Bewohner zu. Wer dem widersprechen will, sollte dieses kleine, leichte und erhellende Büchlein lesen, das nichts Minderes ist, als die Skizze eines Forschungsprogramms für die Humanities im 21. Jahrhundert: Sapere aude! (Ulrike Guérot)

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