"Der Reigen"
Von Arthur Schnitzler. Mit Wolfgang Gasser (Der Soldat), Helli Servi (Die Dirne), Lotte Ledl (Das Stubenmädchen), Peter Weck (Der junge Herr), Christiane Hörbiger (Die junge Frau), Fred Liewehr (Der Gatte), Helmut Lohner (Dichter), Elfriede Ott (Das süße Mädl), Wolf Albach-Retty (Der Graf) und Susi Nicoletti (Schauspielerin). Regie: John Olden (Produktion NDR 1963)
1. Jänner 2006, 14:00
Skandalös - das war lange Zeit die öffentliche Reaktion auf diese 1896/97 entstandene "Komödie", die zunächst als Privatdruck erschien, in dessen Vorwort Schnitzler schrieb: "Ein Erscheinen der nachfolgenden Scenen ist vorläufig ausgeschlossen. Ich habe sie nun als Manuscript in Druck gegeben; denn ich glaube, ihr Wert liegt anderswo als darin, dass ihr Inhalt den geltenden Begriffen nach die Veröffentlichung zu verbieten scheint."
Tatsächlich sorgten die erste Buchausgabe 1903 und die ersten Theateraufführungen (Uraufführung 1920 im Kleinen Schauspielhaus in Berlin) für Skandale und gelenkte Krawalle, so dass Schnitzler schließlich weitere Inszenierungen verbot, ein Verbot, das sechs Jahrzehnte anhielt.
Der Reigen zeigt in zehn zyklisch angeordneten Dialogen zehn Personen in jeweils wechselnden sexuellen Paarungen. "Im Kreislauf der Konstellationen konkretisiert sich Schnitzlers These von einer Gesellschaft, die Sexualität an die 'heilige' Institution der Ehe bindet, diese aber durch Doppelmoral und die allgemein praktizierte Trennung von Lust und Liebe unterläuft" (C. Fi. in Kindlers Neues Literaturlexikon).
