Radiokolleg - Kinderlieder

Jeder kann sie, jeder kennt sie (1). Gestaltung: Hannes Doblhofer

Es ist so leicht, es tut so gut: Singen ist ein Lebenselixier. Wer singt, wächst über sich hinaus, gerät "außer sich". Die traditionellen, volksliedhaften Spielarten des Kinderlieds begleiten oft einen Anlass oder eine Tätigkeit, z. B. Wiegen- und Koselied ("Schlaf Kindlein, schlaf"), Abzählverse ("Ich und du, Müllers Kuh ..."), Heilsprüche ("Heile, heile Segen"), Tierlieder ("Maikäfer flieg"), Gebete, Sprachspiele ("Drei Chinesen mit dem Kontrabass") und Rätsel.

Andere Kinderlieder sind Bestandteile von Spielen und Tänzen. Im 19. Jhdt. sind die poetischen Kinderlieder von Achim von Arnim und Heinrich Hoffmann von Fallersleben zu nennen. Das zeitgenössische Kinderlied zeigt sich beeinflusst von der populären Musik (Schlager, Shantys, Pop), aber auch von der Rezeption internationaler Kinderfolklore und zuweilen avantgardistischer Musik.

Kinderlieder zeichnen sich meist durch eingängige Melodien und einfache Rhythmen aus und sind oft zum gleichzeitigen Singen und Tanzen geeignet.

Wer mit anderen singt, ist geborgen und aufgehoben, wer singt, gibt etwas von sich preis. Das spüren vor allem die Kinder. Sie wachsen heute meist in einer Gesellschaft auf, die eher auf Kontrolle als auf Überschwang Wert legt, und registrieren früh, dass man beim Singen Gefühle und Empfindungen zeigen kann, die im Alltag gewöhnlich ausgeklammert sind.

Gestaltung: Hannes Doblhofer

Sendereihe