Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft
Das Gedächtnis des Erbguts. Wie sich der Lebensstil auf die Gene auswirkt. Autor: Hellmuth Nordwig
21. April 2010, 19:06
Wie die Schwangerschaft verläuft, das prägt den Nachwuchs: Isst die Mutter zu viel Süßes, steigt das Risiko der Kinder, später zuckerkrank zu werden. Bekommt sie aber selbst nicht genug zu essen, leiden viele der untergewichtig Geborenen an Bluthochdruck - und das erst Jahrzehnte später als Erwachsene. Dabei gibt es im Text ihres Erbguts keinerlei Hinweis auf eine solche Veranlagung.
Doch Wissenschafter haben in jüngster Zeit herausgefunden: Was hier von der Mutter aufs Kind weitergegeben wird, ist das Muster, nach dem Zellen ihre Gene an- und abschalten. Sozusagen das Gedächtnis des Erbmaterials. Es merkt sich auch einschneidende Dinge, die wir nach der Geburt erleben. Zum Beispiel prägen sich schwere traumatische Erlebnisse tatsächlich im Innersten jeder Gehirnzelle ein.
Diese Forschungsergebnisse werfen ein neues Licht auf die Frage, wie weit wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen können.
