Leporello

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Die Geschichte des Freiluftkinos * 26 Wiener Tankstellen

Die Geschichte des Freiluftkinos
In den Sommermonaten öffnen in Österreich mittlerweile traditionell zahlreiche Freiluftkinos ihre Pforten - diese Woche starten in Wien etwa die Sommerkinos im Augarten und am Karlsplatz. Ein Trend der letzten Jahre möchte man meinen. Die Geschichte der Freiluftkinos reicht jedoch viel weiter zurück. Die ersten Konzessionen für Freiluftkinos gab es in Wien bereits in den 1920er Jahren, erzählt Judith Wieser-Huber, Kuratorin der Reihe "Kino unter Sternen". Als Rundum-Spektakel machten die frühen Wanderkinos in Varietés und Theatern Station. Dabei wurde die Leinwand oft auch aus pragmatischen Gründen im Freien oder in Zirkuszelten aufgebaut. Als die Schaulust und Technikbegeisterung wieder abflaute und die Kinos schließlich sesshaft wurden, verschwanden auch die Freiluftkinos in Österreich. Nicht jedoch in den südlichen Ländern: In Italien oder Griechenland gehörten Open Air Kinos immer schon zum Sommer, erinnert sich Hans Hurch, Kurator der Reihe "Kino wie noch nie".
Sommerkino ist vor allem ein Gemeinschaftserlebnis und nicht zuletzt auch Folge der Anfang der 1990er Jahre einsetzenden "Eventisierung der Kultur", wie es Judith Wieser-Huber ausdrückt. So manchen Cineasten mag das Drumherum mit Gastronomie und üppigem Rahmenprogramm vielleicht abschrecken. Eine Einstellung, die Hans Hurch nicht ganz nachvollziehen kann. Er will mit einem breiten und bunten Programm nicht nur Cineasten locken, sondern auch neue Publikumsschichten begeistern. Gezeigt werden heuer etwa Klassiker von Jacques Tati oder David Lynch, aber auch neuere Filme der Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow. Das Open Air Kino am Karlsplatz hat sich heuer dem Thema "Wien im Film" verschrieben. Gestaltung: Claudia Gschweitl

26 Wiener Tankstellen
Nicht die Fotografie, sondern die Tankstelle selbst ist das Kunstwerk - postulierte der amerikanische Künstler Ed Ruscha in Hinblick auf seine 1963 erschienene Fotoserie "26 Gasoline Stations". Auf deren Basis gestaltete er auch jenes großformatige Pop Art Gemälde einer archetypischen "Standard" -Tankstelle, das sich als wegweisend für die amerikanische Kunstgeschichte herausstellen sollte. In deutlicher Anlehnung an seine Arbeit haben der Fotograf Stefan Oláh und der Kunsthistoriker Sebastian Hackenschmidt die ästhetischen Phänomene rund um die Zapfsäule nun ebenfalls in Augenschein genommen. "Sechsundzwanzig Wiener Tankstellen" lautet der Titel ihres soeben im Verlag "Roma Publications" erschienenen Text- und Fotobands. Die gleichnamige Ausstellung wird morgen Abend im Klaus Engelhorn Depot eröffnet. Gestaltung: Franziska Dorau

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