Gedanken
"Ein sonderbar' Ding" - Der Mathematiker Rudolf Taschner über das Phänomen der Zeit. Gestaltung: Doris Glaser
11. Juli 2010, 13:10
"Mit ihm können Sie rechnen!" Welch passender Werbeslogan für den Wiener Mathematiker Rudolf Taschner. In seinen höchst vergnüglichen populärwissenschaftlichen Sachbüchern und als Initiator des "math.space" im Wiener MuseumsQuartier gelingt dem Universitätsprofessor das schier Unmögliche: die Welt der Zahlen auch für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten.
"Zahl Zeit Zufall. Alles Erfindung?" lautet einer von Taschners Buchtiteln. Darin wird auch der schwer fassbare Begriff der Zeit umkreist. "Vergeht sie? Oder vergehen wir? Welche Farbe hat die Zeit, welchen Geruch? Kann man sie spüren?" Kühn und originell sind die Fragen des Wissenschafters.
Mögliche Antworten findet er zum Beispiel bei Hugo von Hofmannsthal. "Die Zeit, die ist ein sonderbar' Ding. Wenn man so hin lebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie", zitiert Taschner die Marschallin aus dem "Rosenkavalier". Die Zeit lässt sich nicht anhalten. Glücklich, wer es versteht, im Augenblick zu leben: "Leicht muss man sein, mit leichtem Herzen und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen."
