Menschenbilder

"Ungewissen Ursprungs" - Die stille Poetin Stella Rotenberg. Gestaltung: Eva Schobel

Als der "Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil" im Jahr 2001 erstmals verliehen wurde, ging er an die in England lebende Lyrikerin Stella Rotenberg. In diesem Jahr feiert die Autorin ihren 95. Geburtstag.

Sie wurde 1915 in Wien geboren; 1938 musste sie wegen ihrer jüdischen Herkunft ihr Medizinstudium an der Universität Wien abbrechen und über die Niederlande nach Großbritannien flüchten. Im Exil begann sie 1940 Gedichte zu schreiben, später auch Prosa, die sie in den Bänden "Gedichte" (Tel Aviv 1972), "Die wir übrig sind" (Darmstadt 1978), "Scherben sind endlicher Hort" (Wien 1991), "Ungewissen Ursprungs" (Wien 1997) veröffentlichte.

Obwohl ihre Gedichte in ihrer Auseinandersetzung mit der Shoah und ihren Folgen von höchster Aktualität sind, blieb sie in ihrem Herkunftsland Österreich lange Zeit weitgehend unbeachtet.

"Wenn ich die Sprache verliere, dann bin ich tot", sagt Stella Rotenberg. Aus Sehnsucht nach ihrer Muttersprache hat sie nie aufgehört, auf Deutsch zu schreiben.

Service

Stella Rotenberg: Ungewissen Ursprungs. Gesammelte Prosa, Verlag Theodor Kramer Gesellschaft, Wien, 1997

Stella Rotenberg: An den Quell. Gesammelte Gedichte, Verlag Theodor Kramer Gesellschaft, Wien, 2002

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