Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft
Geprägte Geschichte. Was Münzen über das Leben erzählen. Gestaltung: Wolfgang Slapansky
13. Juli 2010, 19:06
Silberne Denare, die römische Legionäre als Sold bekamen, leiteten Wissenschafter im Dezember 2008 am Harzhorn in Niedersachsen auf die Spur eines "Jahrhundertfundes". Die Münzen stammten aus der Zeit um 230 n. Chr. Neben Münzen wurden Pfeilspitzen, Katapultbolzen und zahlreiche andere Kriegsgegenstände gefunden. Auf der Fundstätte, einem über 2.000 Meter langen Feld, fand eine Schlacht zwischen Römern und Germanen statt. Die Datierung lieferten die Münzen.
Und wegen dieser Münzen sahen sich Historiker veranlasst, die Geschichte neu zu schreiben. Denn bisher war man davon ausgegangen, dass es nach der Schlacht am Teutoburger Wald (mehr als 200 Jahre zuvor) einen Rückzug der Römischen Truppen nach Süden gab und es zu keinen größeren Kampfhandlungen mit den Germanen kam. Diese These wurde durch den Münzfund am Harzhorn widerlegt.
Münzen sind nicht nur bedeutende Hilfsmittel zur Datierung von Funden. Sie sind selbst Quellen der Geschichte, was ihre Zeichensprache betrifft. Auf Münzen werden über Symbole in Kurzform Geschichten erzählt. Herrscher zeigten sich mit Hilfe von Porträts auf Münzen ihrem Volk, und waren so im Alltag der Menschen tagtäglich präsent. Symbole der Landesidentität und der Macht findet man auf Münzen ebenso wie Erinnerungen an bedeutende Ereignisse der Geschichte.
