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"Ohne sie könnte ich nicht gehen". Illegale Altenpflegerinnen in Österreich. Von Michael Lissek

Eva, Olga, Susanna, Edith: Sie kommen aus der Slowakei und arbeiten in österreichischen Privathaushalten als Altenpflegerinnen. Illegal zumeist. Sie kochen, putzen, waschen, versorgen eitrige Dekubituswunden und fahren dann wieder nach Hause. Zwei Wochen später kommen sie zurück, und ihre Arbeit beginnt von vorne. 700 Euro bekommen sie dafür pro Monat.

Nach der umfangreichen Diskussion über die Legalisierung illegaler Pflegerinnen begibt sich der Autor auf die Suche nach der anderen Seite der Geschichte: auf die Suche nach den Pflegerinnen und ihrer Motivation, nach Österreich zu kommen.
"Ohne sie könnte ich nicht gehen" stellt auch die polemische Frage, was das für ein Pflegesystem ist, das es nicht vermag, ohne die Hilfe billiger Arbeitskräfte aus dem Ausland die Pflege alter Menschen aufrecht zu erhalten.

2007 wurden gesetzliche Rahmenbedingungen zur Legalisierung der jahrelang illegalen 24-Stunden-Betreuung geschaffen: Im Bereich der Hauskrankenpflege besteht die Möglichkeit, das Gewerbe "Personenbetreuung" anzumelden und selbstständig auszuüben. Bis 2010 wurden laut Angaben des Sozialministeriums in Österreich ca. 23.000 Gewerbeberechtigungen für Personenbetreuer vergeben.

Im Mustervertrag für Personenbetreuung wird jedoch ausdrücklich festgehalten, dass keine Leistungen, die der Gesundheits- und Krankenpflege vorbehalten sind, vollbracht werden dürfen. So darf die Hilfskraft weder Medikamente noch Nahrungsmittel verabreichen, auch Zähne putzen oder Windeln anlegen ist verboten. Dazu müsste Fachpersonal engagiert werden - oder ein Familienmitglied erledigt diese Tätigkeiten.

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Michael Lissek

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