Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Mit Univ.-Prof. Dr. Karin Gutiérrez-Lobos.
Fortschritte bei der Therapie von Brustkrebs
Redaktion: Dr. Doris Simhofer und Dr. Christoph Leprich

Fortschritte bei der Therapie von Brustkrebs

"Brustkrebs" - mit dieser Diagnose sind pro Jahr mehr als 4.500 Österreicherinnen konfrontiert. Mit einem Anteil von 28 Prozent ist das Mammakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
Noch vor zwei Jahrzehnten bedeutete Brustkrebs für viele Frauen einen langen Leidensweg - trotz Strahlen- und Chemotherapie musste allzu häufig die Brust komplett entfernt werden. Mittlerweile können mindestens acht von zehn erkrankten Frauen brusterhaltend operiert werden -Früherkennungsmaßnahmen und ausgefeilte chirurgische Methoden ermöglichen dies.
Nach wie vor sind Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie wesentliche Säulen der Behandlung. Besondere Fortschritte hat aber die medikamentöse Therapie gemacht. Mit der Entwicklung zahlreicher zielgerichteter Substanzen begann ein neues Zeitalter.

Ca. 20 Prozent aller Brustkrebsformen sind hercept-positiv. Den betroffenen Frauen kann durch die Substanz Trastuzumab geholfen werden. Die Substanz Bevacizumab unterbindet die Blutversorgung der Krebsgeschwulst. Cetuximab hat einen ähnlichen Angriffspunkt und kommt zum Einsatz, wenn der Tumor ein bestimmtes Merkmal - "KRAS" genannt - aufweist.

Die Substanzklassen der Tyrosinkinase- und Kinasehemmer greifen in die Signalübermittlung innerhalb der Krebszellen ein und behindern auf diese Weise deren Wachstum. Ein weiterer Angriffspunkt ist ein Enzym der Tumorzellen, die M-Tor-Kinase. Wird diese durch zielgerichtete Moleküle blockiert, stört dies das Krebszellwachstum empfindlich.

Viele weitere so genannte "Biologika" befinden sich im Versuchsstadium. Mit den jetzt zur Verfügung stehenden Substanzen ist eine fast schon individuelle Behandlung der vielen verschiedenen Brustkrebsformen möglich.

Darüber hinaus garantiert die Vernetzung der medizinischen Disziplinen Gynäkologie, Chirurgie, Radiologie, Onkologie, Strahlentherapie, Plastische Chirurgie und Pathologie an speziellen Brustzentren, dass die Therapie so effizient und erfolgreich wie nur möglich durchgeführt wird.

Dieses Mal diskutiert Univ.-Prof. Dr. Karin Gutiérrez-Lobos mit führenden Fachleuten über neue Möglichkeiten der Behandlung von Brustkrebs, über brusterhaltende Operationen und darüber, welche Vorteile eine interdisziplinäre Vernetzung für Betroffene bringt.

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Brustkrebs - Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen
Brustkrebserkrankungen, Statistik Austria, Oktober 2010
"Brustkrebs - Antworten. Hilfen. Perspektiven" ("Blauer Ratgeber" der Deutschen Krebshilfe)
Kostenlose Broschüren zum Thema Brustkrebs zum Downloaden
Brustkrebs-Früherkennung - Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
Deutsches Krebsforschungszentrum - Krebsinformationsdienst
Überleben mit Brustkrebs - Informationen für Patientinnen mit Mammakarzinom
"Zebra" - Zentrum für Brustgesundheit und Brustkrebsangelegenheiten

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