Dimensionen - Magazin

1. Hannes-Androsch-Preis 2011: Ein Pensionssystem der Zukunft
2. Raumsonde überprüfte Relativitätstheorie
3. Despoten dichten
4. Die Dissertation des Literatur-Nobelpreisträgers Ivo Andric in Buchform
Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

Diese Woche Mittwoch ist an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum ersten Mal der Hannes-Androsch-Preis vergeben worden. Gespendet wird er von der gleichnamigen Stiftung. Gesucht wurden Ideen zur "Ausgestaltung eines Sozialversicherungssystems, das der zweifachen Gefährdung durch den demographischen Wandel und dem Finanzmarktrisiko standhält". Erhalten hat die Auszeichnung der Volkswirt Markus Knell von der Österreichischen Nationalbank. Er vergleicht in seiner prämierten Arbeit zwei grundlegende Finanzierungsmodelle für Pensionssysteme und beschreibt, wie das Pensionssystem gestaltet werden könnte, damit es sowohl einer älter werdenden Gesellschaft gerecht wird, als auch in Zeiten von Finanzkrisen stabil bleibt. Mit Markus Knell, Österreichische Nationalbank, Peter A. Dkiamond, MIT. Autor: Mark Hammer.

Auch für die Theorien eines Genies wie Albert Einstein gilt: Theorien, schön und gut, aber sie sind eben nicht mehr als das: Theorien. Ein Praxis-Test, beispielsweise für die Allgemeine Relativitätstheorie, stand bislang aus. Den hat die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA in den letzten sechs Jahren versucht zu liefern: Ihre Raumsonde Gravity Probe B sollte im Weltall die Vorhersagen Einsteins testen. Krümmt die Erde den Raum, und reißt die Erde den Raum mit sich? In dieser Woche hat die NASA die Ergebnisse dieses mehrjährigen außer-irdischen Experiments bekanntgegeben. Mit Anne Kinney, Chefin der Astronomie- und Physik-Abteilung beim Hauptquartier der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA in Washington, D.C. Kip Thorne, Professor für Theoretische Physik am California Institute of Technology, Claus Braxmaier, Professor für Physik und Regelungstechnik an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz, Clifford Will, Physik-Professor an der Washington University in St. Louis. Autor: Guido Meyer .

Die Terrorherrscher des 20. Jahrhunderts haben eine überraschende Gemeinsamkeit: sie verspürten alle eine große Neigung zur Literatur. Der Literaturwissenschafter Albrecht Koschorke von der Universität Konstanz arbeitet derzeit an einem Buch mit dem Titel: "Despoten dichten". Es soll im Herbst in der Konstanz University Press erscheinen. Gestalterin: Ulrike Schmitzer.

Ivo Andic ist heute vor allem als Autor des Literatur-Klassikers "Die Brücke über die Drina" bekannt. Vor 50 Jahren, also 1961, bekam der im bosnischen Travnik geborene Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur verliehen. Anlässlich dieses Jubiläums hat der Klagenfurter Wieser Verlag die Dissertation von Ivo Andric erstmals als Einzelpublikation veröffentlicht, die dieser an der Philosophischen Fakultät der Universität Graz in deutscher Sprache verfasst hat - in seiner Dissertation finden sich Andric jenen Themen, die er später auch als Quelle für seine Romane und Erzählungen entdeckte. Mit Lojze Wieser, Klagenfurt/Celovec. Gestalterin: Tanja Malle.

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