Italia Mia 2011 live

"Estate" (Übertragung aus der Kartause Mauerbach). Präsentation: Bernhard Trebuch

"Die Musik soll den Geist beflügeln und das Herz rühren" - Komponisten des Barock formulierten so ihr künstlerisches Credo. Die Kunst des Barock will in Erstaunen versetzen, verführen und verfolgt so auch ein Programm der Illusionen.

"italia mia - la festa" (Kartause Mauerbach, 1. Juli 2011) widmet sich heuer ganz Klängen dieser Epoche. Mit Musik des 17. und 18. Jahrhunderts aus Italien, Österreich, Frankreich und England präsentieren sich junge und bereits renommierte Musiker.

In den Konzerten in der Kirche der Kartause steht Kammermusik im Mittelpunkt. Der Niederländer Albert Brüggen, Mitglied verschiedener internationaler Ensembles, wie dem vielfach mit Preisen ausgezeichneten "Orchester des 18. Jahrhunderts", entführt in den Parnass der Musik, in die emotionelle Klangwelt der Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach.

Nach einer "Intrada" mit Schikaneders Jugend bringt das Ensemble "Klingekunst" aus Wien Divertissements mit extravaganen Werken aus der Feder französischer Starkomponisten wie dem virtuosen Geiger Jean-Marie Leclair, dem Cembalisten und Organisten François Couperin und dem revolutionären Jean-Philippe Rameau, der mit seinen musikalischen Ideen weit über das Barock hinausreichte. In der Besetzung Traversflöte, Viola da gamba, Theorbe und Cembalo erklingen delikate Sonaten, die einst zum Divertissement der High Society in den feinen Pariser Salons zu hören waren. Dass die jungen Musiker des Ensembles "Klingekunst" dabei genügend Gelegenheit finden, ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen, versteht sich von selbst; waren es doch einst Franzosen, die Traversflöte und Viola da gamba zum Inbegriff der Soloinstrumente machten.

Den Abschluss in der Kirche gestaltet der "Pandolfis Consort Wien" mit einem Programm unter dem Motto "Musica poetica" und Kantaten und Sonaten vom Wiener Hofkapellmeister und Ballettkomponisten Johann Heinrich Schmelzer sowie italienischen Komponisten wie Attilio Ariosti. Heute längst zu Unrecht in Vergessenheit geraten, gehörte der Bologneser Ariosti zu Händels Mitstreitern in London. "La Gelosia" (die Eifersucht) oder "La rosa" (die Rose) sind Titel seiner Kantaten, die 1724 in London im Druck erschienen. Eva Hinterreithner und Aleksandra Zamojska interpretieren die bisweilen dramatischen Melodien des heißblütigen Italieners.

Zum Ausklang wird das Publikum zum Fest in den Kaisergarten geladen. Zu kulinarischen Genüssen aus Italien spielt Schikaneders Jugend auf: "Popmusik aus Haydns Zeiten" erklingt wie einst am Dorfplatz auf Schalmei, Dudelsack und Drehleier.

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Eva Hinterreithner

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