Dimensionen - die Welt der Wissenschaft
1. Rettet High-Tech Kleidung die europäische Textilindustrie?
2. Neuroreparatur: Stammzellen heilen das Gehirn
3. Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin
4. Das molekulare Küchenlabor - mit Thomas Vilgis (8)
Redaktion und Moderation: Franz Tomandl
19. August 2011, 19:05
Seit Jahren geht die Bedeutung der Textil- und Bekleidungsindustrie in Europa zurück. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Beschäftigten in Deutschland beispielsweise um zehn Prozent. Zur selben Zeit ging in Österreich der Export gewebter Waren um knapp 20 Prozent zurück. Die Produktion selbst findet heute in Asien statt. China, Bangladesch, Indien, der asiatische Teil der Türkei. Wissenschaft und Forschung sollen diesen Trend umkehren. Sie sollen High-Tech Kleidung entwickeln. Mit Uwe Möhring, Leiter des Textilforschungsinstituts Thüringen-Vogtland; Uwe Springfeld.
18.000 Menschen erleiden in Österreich pro Jahr einen Schlaganfall, von den Überlebenden ist ein Drittel dauernd pflegebedürftig, ein weiteres kann selbstständig agieren, allerdings mit einer Behinderung, und das dritte Drittel lebt ohne Einschränkungen. Damit ist der Schlaganfall bei Erwachsenen auch die häufigste Form für eine erworbene Behinderung. Denn das Gehirn bleibt meist dauerhaft beschädigt. Für Schlaganfallpatienten gibt es bisher kein Verfahren, um den entstandenen Schaden im Gehirn vollständig zu heilen. "Neuroreparatur" heißt ein Prinzip, das die Schäden nach einem Schlaganfall auf verschiedene Weise reparieren soll. Mit Johannes Boltze, Leiter Abteilung Zelltherapie, Fraunhofer-Institut, Leipzig. Autorin: Anna-Lena Dohrmann (Ü: DLR Köln).
In nur zwölf Jahren, zwischen 1933 und 1945, mussten in Osteuropa rund 14 Millionen Zivilisten ihr Leben lassen. Vor allem in Polen, Weißrussland und der Ukraine wüteten abwechselnd die zeitweiligen Partner und späteren Gegner Stalin und Hitler. In seinem seit kurzem auf Deutsch vorliegendem Buch "Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin" eröffnet der US-amerikanische Historiker Timothy Snyder einen neuen Blick auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Ohne die Shoah - den Vökermord an den Juden - zu relativieren, weist er auf ein verdrängtes bzw. vergessenes Kapitel der osteuropäischen Zeitgeschichte hin. Gestalterin: Maria Mayer
Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin, C.H. Beck Verlag
INTERNATIONALES JAHR DER CHEMIE 2011
Das molekulare Küchenlabor - mit Thomas Vilgis
aufgezeichnet von Armin Stadler
(8) Leberpralinen: Cremige Innerei oder eine Emulsion, die schnittfest ist
Innereien sind nicht jedermanns Geschmackssache. Vielleicht aber doch, wenn die Leber nach Lavendel duftet und wie eine Praline im Mund zerschmilzt? Chemisch und physikalisch gesehen, handelt es sich dabei um eine Emulsion, die man schneiden kann. Was ist bei der Kreation einer solch außergewöhnlichen Textur zu beachten? Zwei Dinge, berichtet der Amateurkoch und Physikprofi Thomas Vilgis von der Universität Mainz: Fett und Wasser müssen einen molekularen Frieden schließen, und die beteiligten Proteine mögen es nicht zu heiß, weshalb sie ein Wasserbad nehmen sollten.
Buchtipp: Thomas Vilgis: Molekularküche. Das Kochbuch. - Verlag Tre Torri
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Thomas Vilgis, "Molekularküche. Das Kochbuch", Verlag Tre Torri