Betrifft: Geschichte

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Zum 75. Jahrestag: Nur noch Teil des Deutschen Reichs. Als aus Österreich Ostmark wurde. Mit: Marcus Patka, Zeithistoriker, Jüdisches Museum Wien. Gestaltung: Gerlinde Tamerl und Robert Weichinger

1934 musste sich Hitler vom Putschversuch österreichischer Nationalsozialisten noch distanzieren, weil er außenpolitische Schwierigkeiten befürchtete. Österreich sollte "von innen" nationalsozialistisch unterwandert werden. Innerhalb der österreichischen Bevölkerung bildeten die nationalsozialistischen Aktivisten bis zum März 1938 zwar nicht die Mehrheit, dennoch fand der sogenannte "Anschluss" breite Akzeptanz. Wie kam es dazu?

Einerseits hatte der autoritäre Ständestaat vor Hitler kapituliert, andererseits hatte er durch die Ausschaltung der Arbeiterbewegung seinen wichtigsten Bündnispartner im Kampf gegen den Nationalsozialismus verloren. Von 1938 - 1945 wurde der österreichische Staat Teil des Großdeutschen Reichs. Nach dem Sieg der Alliierten über die Wehrmacht waren es - wie bereits nach dem Ersten Weltkrieg - die Siegermächte, die in Österreich für demokratische Verhältnisse sorgten.

"Der Wunsch nach Tilgung der Erinnerung ans Geschehene einte österreichische Täter, Mitläufer und Pflichterfüller mit ihren Staatsmännern. Opferstatus, Unschuld und Selbstmitleid waren unverzichtbare Bestandteile einer Mentalität des Vergessenes und Selbstvergebens am Beginn der Zweiten Republik,"schrieben Hans Safrian und Hans Witek in ihrem Band "Und keiner war dabei".

Erinnert sei an eine Stelle aus dem "Herrn Karl" von Carl Merz und Helmut Qualtinger über den Einmarsch der Hitlertruppen in Österreich: "Also mir san alle ... i waaß noch ... am Ring und am Heldenplatz g'standen ... unübersehbar warn mir ... man hat gefühlt, ma is unter sich ... es war wie beim Heirigen ... es war wie a riesiger Heiriger ...! Aber feierlich.

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