Kunstradio - Radiokunst

"The Souvenirs from Marches aux Puces" und “Tunnels inside of a tunnel” von Arsenije Jovanovic

Kunstradio präsentiert zwei neue Radiokunstarbeiten des in Belgrad und Istrien lebenden Künstlers Arsenije Jovanovic "The Souvenirs from Marches aux Puces" und “Tunnels inside of a tunnel”.

"The Souvenirs from Marches aux Puces"
Mit Objekten, die der Künstler Arsenije Jovanovic auf Flohmärkten und Müllplätzen in Belgrad aufgelesen hat, entstand die Radiokomposition "Souvenirs von den Flohmärkten". Leere Öltonnen, metallische Bruchstücke, Röhren unterschiedlicher Größe und Länge, Glasplatten, Flaschen und andere Resonanzkörper hat Jovanovic gefunden und zu Instrumenten gemacht. Er untersucht damit das versteckte Potential von Dingen, derer wir uns erledigt haben. Der einzige lebende Bestandteil ist ein Vogel, den Jovanovic in einem Käfig eingesperrt vorgefunden und als memento mori in das Stück einbezogen hat.
Zu diesem Radiokunststück stellt Jovanovic auf kunstradio.at seinen Film " Suburbun gardens" der bereits zwischen 1968 und 1970 entstanden ist zur Verfügung.

Ausserdem ist die Koproduktion mit dem Kroatischen Rundfunk HRT "“Tunnels inside of a tunnel” zu hören. dazu schreibt Arsenije Jovanovic:Die Idee zu dem Stück entstand in einem Tunnel in Dubovice auf der dalmatinischen Insel Hvar, wo ich mich 2012 für ein paar Tage aufhielt, um das Prix Marulic Festival zu besuchen. Es war damals nicht meine Absicht, ein Hörstück mit den aufgenommenen Tunnelsounds zu machen, aber ich konnte dem Material nicht widerstehen.

Überraschenderweise findet man an beiden Enden des Tunnels, obwohl sie nicht weit voneinander entfernt sind, ganz unterschiedliche Landschaften mit bemerkenswerter Flora. Das muss man jetzt nicht für ein Wunder halten, es ist einfach so.
An unterirdischen Orten, zuweilen hunderte Meter tief, fasziniert mich die Stille, die nicht mit der Stille irgendeines Aufnahmestudios vergleichbar ist. Letztere klingt im Vergleich eher wie die Nachahmung von Stille. Die Sounds im Dubovica-Tunnel riefen Erinnerungen an Erfahrungen ins Gedächtnis, die ich Höhlen machte. Höhlen verwendete ich oft als mein „Studio“, etwa für die Arbeiten "Resava Cave" (ausgezeichnet mit dem Prix Italia 1977 und dem Premio Ondas Preis 1978), "Invasions", "Caves of my Ancestors", "Under water cave" und andere. Es wäre nicht weit hergeholt, mich als Minenarbeiter zu bezeichnen, der Sounds an Tag holt. Eine fröhliche Höhlen-Sucht.

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