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matrix - computer & neue medien

1. Netzkultur, Karriere und Frauenleben: Das Femcamp Linz
Gestaltung: Ulla Ebner

2. Programmiererin, nicht Prinzessin
Frauen in der IT-Branche
Gestaltung: Sarah Kriesche

Redaktion: Franz Zeller

1. Eigentlich hätte alles anders werden sollen mit dem Web 2.0. Dort könne sich jeder gleichermaßen beteiligen, Geschlechterstereotype würden im Netz keine Rolle mehr spielen. Und doch kam alles anders: Im Online-Universum ist alles genauso, wie im echten Leben: Sexismus ist Alltag in Foren, Computerspielen, sozialen Medien. Antifeministen starten aggressive Cyber-Attacken gegen Bloggerinnen und andere Frauenaktivistinnen. Wie man sich dagegen wehrt und welche Chancen das Netz für die Frauenbewegung bietet, darüber wurde vergangenes Wochenende in Linz diskutiert. Das oberösterreichische Frauennetzwerk "Bündnis 8. März" hatte zum zweiten österreichischen FemCamp geladen - einer lose organisierten Tagung mit Frauenschwerpunkt. Ulla Ebner war dort und hat mit Netzfeministinnen übers Trollefüttern, über Raumfahrt und über Sexspielzeug gesprochen.

2. Eine der reichsten Frauen der Welt ist die Geschäftsführerin von Facebook: Sheryl Strandberg. Seit 2008 hat sie den Job inne, davor war sie unter anderem Vizepräsidentin des globalen Online-Verkaufs bei Google. Dass sich Frauen auf dem Weg nach oben ins Zeug legen müssen, scheint ihr ein besonderes Anliegen. Am 30 März dieses Jahres erschien ihr Buch "Lean in, Frauen und der Wille zum Erfolg". Denn, so meint sie, viele Frauen trauen sich Karriere nicht zu und stehen sich so selbst im Weg. Gründe dafür seien unter anderem, dass sie es aufgrund von stereotypen Rollenbildern schwerer haben und von klein auf Zurückhaltung gelernt hätten. Lautes, dominantes Auftreten würde ihnen oftmals negativ ausgelegt. Aufgrund vieler Widerstände sei Karriere schlichtweg nicht mehr attraktiv.

Besonders der IT-Bereich gilt nach wie vor als Männerdomäne. Dennoch, jene Frauen, die in der Computerbranche arbeiten, bereuen es nicht und wollen andere Frauen ermutigen, es ihnen gleich zu tun. Denn man muss kein mathematisches Genie sein, um es mit einem Computer aufnehmen zu können und die Rollenbilder gehören im technischen Zeitalter überarbeitet. Stöckelschuhe, Lippenstift und Programmieren vertragen sich nämlich durchaus, findet Sarah Kriesche.

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