Im Gespräch

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"Ein Hamsterrad von innen sieht aus wie eine Karriereleiter." Rosa Lyon spricht mit dem Zukunftsforscher Franz Kühmayer

Von Innen sieht ein Hamsterrad aus wie eine Karriereleiter.

In Zukunft werden immer mehr Menschen Tätigkeiten nachgehen, die sie erfüllen, von denen nicht nur sie selbst profitieren, sondern die auch anderen einen Mehrwert verschaffen. Davon ist Franz Kühmayer überzeugt. Der Zukunftsforscher und Unternehmensberater ist auf "die Zukunft der Arbeit" spezialisiert. ...


Aufbruchsstimmung

Einfach alles hinschmeißen und aussteigen. Zumindest einmal haben das die meisten schon in Erwägung gezogen. Wenn man gerade sinnlos Zeit im Büro versitzt oder sich vor Arbeit gar nicht mehr retten kann; wenn man die Entscheidungen seines Chefs für vertrottelt hält und sogar schon seine Freizeit damit verbringt, über Unangenehmes im Job nachzudenken.
So sind Psychotherapie und Coaching salonfähig geworden. Denn immer mehr Menschen holen sich Unterstützung bei der Suche nach Selbstverwirklichung, nach Sinn, nach einer Tätigkeit, die mehr ist als nur ein Job.
Karrieren verlaufen nicht mehr so geradlinig, wie früher. Auch, weil vermeintlich sichere Arbeitsplätze plötzlich nicht mehr existieren und Menschen gezwungen sind, sich neu zu orientieren. Die Wirtschaftskrise hat verdeutlichst, dass ein Arbeitsplatz gar nicht so sicher ist, wie es schien.


Sinnvolle Tätigkeit

Immer mehr Menschen suchen nach für sie sinnvoller Arbeit und sind bereit, dafür etwa auf mehr Geld zu verzichten oder Sicherheit zu riskieren. Das behauptet jemand, der auf der Karriereleiter ganz weit oben war. Franz Kühmayer war Manager in IT-Unternehmen, er hat in Wien, Paris und Boston gearbeitet. Nach "Erfolg" dürfte sich das aber nicht angefühlt haben. Sonst hätte er den Sprung von der Karriereleiter nicht riskiert, um anderer Wege zu gehen. Er wäre heute nicht Zukunftsforscher und Unternehmensberater, spezialisiert auf "die Zukunft der Arbeit".


"Schokoladeprinzip"

Früher war der Karriereverlauf quasi mit der Auswahl der Schule, jedenfalls des Studiums oder der Lehre, vorgezeichnet. Heute bleiben die wenigsten Menschen ihr gesamtes Arbeitsleben an einem Arbeitsplatz, oder auch in einem Unternehmen. In Zukunft wird immer mehr nach dem "Schokoladeprinzip" gearbeitet werden: Stück für Stück. Der Wandel in der Arbeitswelt habe bereits begonnen, meint Kühmayer. Denn die meisten Unternehmen merken bereits, dass sie die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur dann bekommen beziehungsweise halten können, wenn sie ihnen etwas bieten.

Service

Franz Kühmayer und Harry Gatterer, "work:design - Die Zukunft der Arbeit gestalten", Verlag Zukunftsinstitut 2012

Marc Beise und Hans-Jürgen Jakobs, "Die Zukunft der Arbeit", Verlag Süddeutsche Zeitung Edition
2012

Peter Zellmann, "Die Zukunft der Arbeit - Viele werden etwas anderes tun", Verlag Molden 2010

Sven G. Jánszky und Lothar Abicht, "2025 - So arbeiten wir in der Zukunft", Verlag Goldegg 2012

Catharina Bruns, "Work is not a Job - Was Arbeit ist, entscheidest du!", Verlag Campus 2013

Ein Film zum Thema:
Carmen Losmann (Regie), "Work Hard, Play Hard", Dokumentationsfilm, 90 Minuten, Deutschland, 2011

Zahlreiche Blogs zum Thema:
KühmayerSchilling&PartnerManagementberatung

Die im Gespräch beschriebene Fotoserie von Denis Rouvre names "After the Meeting" After Meeting

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