Tonspuren

"Wenn ein Kapitel fertig ist, tanze ich vor Freude!" Der iranische Schriftsteller Mahmud Doulatabadi. Feature von Christian Brüser

Mahmud Doulatabadi gilt als bedeutendster iranischer Schriftsteller der Gegenwart. Seine Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Essays erzählen von einfachen Menschen, von ihren alltäglichen Kämpfen und wie sie oft zwischen Tradition und Moderne zerrieben werden.

Doulatabadi wurde 1940 in einem Dorf in der Provinz Khorasan geboren. Er war Schafhirte, Landarbeiter, Schuhmachergehilfe, Friseur und übte zahlreiche andere Berufe aus, bevor er nach Teheran an die Theaterakademie kam. Während des Schah-Regimes wurde er für zwei Jahre ins Gefängnis gesperrt. "Ich habe dort die Menschen sehr gut kennengelernt." Sein 1500-Seiten Epos "Kelidar" beschreibt den Untergang der persischen Nomadenkultur, der düstere Roman "Der Colonel" die Verwerfungen der iranischen Revolution. Er durfte bisher im Iran nicht veröffentlicht werden. Sein jüngster Roman, "Nilufar", handelt von der romantischen Liebe zwischen einem älteren Mann und einer erblühenden Frau, die an den Konventionen der iranischen Gesellschaft zerbricht.
Seine herausragende Bedeutung verdankt Doulatabadi seiner Kunst, Figuren der Gegenwart zu zeichnen mit einer Sprache, die aus dem Reichtum der traditionellen persischen Literatur schöpft.

Redaktion: Alfred Koch

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