Udine

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Ambiente - von der Kunst des Reisens

Udine & Umgebung

Ambiente Spezial:
Kunst, Kultur & feine Schinken - Von Tiepolos Fresken im Palazzo Patriacale nach San Daniele in der Region Friaul-Julisch Venetien

Udine wird die "Stadt der Buchläden und Wirtshäuser" genannt und sie ist auch die "Stadt des Lichts". Denn sie war die dritte europäische Stadt (nach Mailand und London), die im Jänner 1889 - dank Arturo Malignani - eine elektrische Stadtbeleuchtung erhielt. Bekannt ist die nicht ganz 100.000 Bewohner-Stadt in der Region Friaul-Julisch Venetien, aber auch für "die Farben von Giambattista Tiepolo". Der 1696 in Venedig geborene Künstler kam 1726 auf Geheiß des Patriarchen nach Udine, um den Erzbischöflichen Palazzo Patriacale mit Fresken zu gestalten. Der damalige Patriarch Dionisio Dolfin demonstrierte mit dem Engagement eines aufstrebenden bildenden Künstlers seine Macht. Einstige und heutige Besucher der berühmten Tiepolo-Galerien "Galleria degli ospiti" sind von dem Freskenzyklus, der Geschichten aus dem alten Testament zeigt, sowie vom Deckenfresko "Sturz der aufständischen Engel" gleichermaßen beeindruckt.

Ursula Burkert hat für Ambiente gemeinsam mit der Krimiautorin und Journalistin Elena Commessati den Patriarchenpalast erkundet und sich mit dem geborenen Udineser Robert Schumann in der Altstadt, sowie in der Osteria al Vecchio Stallo umgesehen, wo der Verein zur Bewahrung der traditionellen Küche von Friaul-Julisch Venetien seinen Stammsitz hat. Dort gibt es Spezialitäten wie "Trippa alla parmigiana", (Kutteln) "Frico con polenta" (knusprig gebratener Käse mit Polenta), und "Cjalcions fatti an mano burro e ricotta" ( eine friulanische Version von Teigtaschen).

Eine weitere typische Spezialität verkostet man am besten direkt in der 20km entfernten Ortschaft San Daniele. Dort feiert 2026 die Casa del Prosciutto der Familie Alberti ihr 100jähriges Bestehen. Seit 1906 produziert die Familie Alberti in der Altstadt von San Daniele Prosciutto. Mit den Brüdern Marco und Luca ist bereits die 5. Generation am Werken. Ihre Eltern Carlo Alberti und Moira Persello stellten die Schinkenherstellung während der letzten Jahrzehnte auf neue Beine. Carlo verlegte Ende der 1980er-Jahre die Produktionsstätte unter die Erde, um auch weiterhin in der Altstadt - ohne die Nachbarn zu stören - produzieren zu können. Damit werden die besonderen Luftströmungen am Hügel von San Daniele - warme Meeresluft trifft kalte Gebirgsluft - auf einer Seehöhe von 250 Metern optimal für die Reifung ihrer Schinkenkeulen genutzt.

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