Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. Beiträge zum Symposium: Komplexität verstehen

2. Ein neuer Teilchenbeschleuniger bei Moskau erforscht Entstehung des Universums

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. Beiträge zum Symposium: Komplexität verstehen

Wie Komplexitätsforscher das Gesundheitssystem verbessern wollen

Das Gesundheitssystem, der Finanzmarkt oder unsere Gesellschaft gelten als komplexe Systeme. Die einzelnen Bestandteile beeinflussen einander gegenseitig und verändern dabei gleichzeitig das gesamte System. So beeinflusst etwa die Arbeit von Ärzten die Gesundheit der Patienten, den Staatshaushalt, die Auslastung von Krankenhäusern und vice versa. Die rasante Entwicklung von Computerwissenschaften und Informationstechnologie hat der Erforschung komplexer Systeme einen großen Schub versetzt. So auch in Österreich, wo mit der Section of Complex Systems an der Medizinische Universität Wien eine der weltweit renommiertesten Gruppen zur Erforschung komplexer Systeme zu Hause ist. Die Stadt Wien hat am Dienstag ihre Unterstützung zugesagt. Mit Stefan Thurner, Leiter Section of Complex Systems, Medizinische Universität Wien. Autorin: Tanja Malle.

Komplexe Sozialwissenschaft - Big Data als Unterstützung für soziologischeTheorien

Sozialen Systemen wie Wirtschaft oder globalen Informationsnetzwerken widmet sich der chilenische Physiker und Komplexitätsforscher César Hialgo vom Massachusetts Institute of Technology. Im Media Lab des MIT leitet er eine eigene Forschungsgruppe, die sich mit Datenvisualisierung befasst. Ein Produkt dieser wissenschaftlichen Arbeit mit riesigen Datenmengen war der "Atlas ökonomischer Komplexität". Das Ergebnis knapp zusammengefasst: Je komplexer, vielfältiger die Wirtschaft eines Landes oder einer Region aufgestellt ist, je mehr unterschiedliche Spezialisierungszweige funktionieren, desto robuster und widerstandsfähiger ist sie. In seinen jüngsten Forschungsprojekten hat sich der Physiker nun den Sozialwissenschaften zugewandt und versucht, soziologische Theorien mit komplexen Berechnungen zu untermauern. Mit: César Hidalgo, Massachusetts Institute of Technology. Autorin: Marlene Nowotny.

Mit den Gesetzen der Komplexität zu künstlichen Mikroben

Lebewesen sind auf jeder Ebene hochkomplex. Doch wie konnte sich ihre Vielfalt aus nur einer Handvoll verschiedener chemischer Elemente entwickeln? Gibt es allgemeingültige Gesetze, die ihrer Komplexität zugrunde liegen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der katalanische Biologe und Physiker Ricard Solé. Seine These ist gewagt: Von Biomolekülen bis hin zur menschlichen Sprache folgen alle komplexen Systeme universellen Regeln. Er will sie nicht nur verstehen, sondern auch anwenden: Mit den Methoden der synthetischen Biologie versucht der Wissenschaftler, neue biologische Systeme in lebende Zellen einzubauen. Die sollen nicht nur Krankheiten heilen und Gewebe erneuern, sondern auch Bakterien intelligent machen. Mit Ricard Solé, Universidad Pompeu Fadra in Barcelona. Autor: Wolfgang Däuble.

2. Das aufgekochte Universum - Ein neuer Teilchenbeschleuniger erforscht Entstehung des Universums

Bald nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in der damaligen Sowjetunion Pläne, einen eigenen Teilchenbeschleuniger zu bauen, um die Entstehung des Universums zu erforschen. Ausgewählt wurde das Städtchen Dubna, 120 Kilometer von Moskau entfernt. Wie weit ist das Projekt mittlerweile gediehen? Mit Grigorij Trubnikov, Vizedirektor des Joint Institute for Nuclear Research, Dubna; Vladimir Kekelidze, Direktor des Veksler and Baldin Laboratory of High Energies Physics. Autor: Uwe Springfeld


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