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Gefahrenort Krankenhaus. Bakterielle Infektionen und multiresistente Keime als großes Problem im Spitalsalltag. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

In europäischen Spitälern werden jeden Tag unzählige Menschenleben gerettet. Andererseits birgt ein Aufenthalt im Krankenhaus auch Gefahren: Denn ebenfalls täglich sind etwa achtzigtausend Patientinnen und Patienten von einer Infektion betroffen, die sie sich erst dort geholt haben. Diese Infektionen machen einen Großteil aller im Spital auftretenden Komplikationen aus. In der EU geht man von mindestens drei Millionen solcher Fälle pro Jahr aus, von denen etwa 37.000 sogar tödlich enden. In Österreich infizieren sich um die sechs Prozent der Spitalspatienten mit Krankenhauskeimen. Eine bundesweite standardisierte Erhebung gibt es bis dato allerdings nicht.

Krankenhauskeime verursachen am häufigsten Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen und Wundinfektionen nach Operationen. Besonders gefährlich können sie für geschwächte Menschen, für Alte und Kinder werden. Das größte Problem stellen jene bakteriellen Erreger dar, die gegen Antibiotika resistent sind, und diese Infektionen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Nicht immer, aber oft, wären Spitalsinfektionen zu vermeiden gewesen - z. B. durch häufigeres Desinfizieren der Hände. An diese Hygiene-Empfehlung hält sich das Krankenhauspersonal allerdings zu wenig, wie international erhobene Daten zeigen. Angesichts der alarmierenden Zahlen von Krankenhaus-Infektionen sind alle Gesundheitssysteme - auch das österreichische - gefordert, effiziente Strategien dagegen zu entwickeln und konsequent umzusetzen.

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