Die Hörspiel-Galerie

"Gehen im Herzland" von Peter Handke. Dieses epische Werk ist Erzählung und zugleich Erforschung der Erzählung, deren Entstehen und Bedeutung.

Auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder wird Filip Kobal deutlich, dass er den Bruder letztlich gar nicht finden, sondern ihn aus dem Undeutlichen seines Schicksals herausfinden, ihn "erzählen" will.
Im dritten Kapitel seiner 1986 geschriebenen Erzählung "Die Wiederholung" lässt Peter Handke sein Alter ego vom Kärntner Heimatdorf aus den Karst erforschen, jene Hochfläche hoch über dem Adriatischen Meer. Hier findet der Erzähler seinen Märchen- und Erlösungsort, die "Mitte der Welt" - eine Doline, einen fruchtbaren Krater im kahlen Gestein. Eine Insel, aber keine draußen im Meer, sondern eine, die geborgen ist in der Erde …
"Gehen im Herzland" greift das große romantische Motiv der Wanderung auf.

"Wahrscheinlich müsste man mit diesem Buch so umgehen wie Filip Kobal, der Erzähler, mit dem slowenischen Wörterbuch seines Bruders: es andächtig entziffern, Wort für Wort. Oder man müsste dem Erzähler nachreisen an die Schauplätze seiner Erzählung - die ‚Wiederholung' wiederholen und das Buch vielleicht unterwegs verlieren. In einem normalen Rezensentenleben (zwischen Redaktionsstube und McDonald's, Theaterpremiere und Sportschau) findet ein Buch wie dieses keinen Platz. Alle zeitgenössischen Unterhaltungs- und Spannungsbedürfnisse werden geradezu gnadenlos nicht befriedigt." (Benjamin Henrichs in "Die Zeit").

Mit: Ulrich Noethen, Musik: Gerd Bessler, Regie: Leonhard Koppelmann (DLF 2009)

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