Backgammon spielen

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Betrifft: Geschichte

Zwischen Nervenkitzel, Zeitvertreib und Sucht. Ein Streifzug durch die Kulturgeschichte der Spiele. Mit Ernst Strouhal, Kulturhistoriker, Universität für Angewandte Kunst in Wien.
Gestaltung: Daphne Hruby

Menschen haben immer schon gerne gespielt. Das belegen bereits Höhlenmalereien aus der Steinzeit. Der Trieb, sich selbst und den anderen beweisen zu wollen, dass man schlauer, geschickter oder wagemutiger ist, scheint der Menschheit innezuwohnen. Die Spiellust ist nicht auf soziale Milieus beschränkt, sie zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Im Laufe der Zeit haben sich die unterschiedlichsten Variationen herausgebildet: Würfel, Karten, Figuren oder gar der eigene Körper.

Die Art und Weise, wie Spiele begangen werden, welchen Regeln sie folgen, können als Spiegel einer Gesellschaft betrachtet werden. Oft haben auf dem Spielbrett gewisse Ideologien ihren Platz gefunden. So erfreuten sich zur Zeit der Kolonialisierung etwa Eroberungsmotive großer Beliebtheit. Der soziale Status eines Spiels ist dabei keineswegs gleichbleibend. Galt zum Beispiel Billard, zu dessen begeisterten Anhängern auch Mozart gehörte, ursprünglich als Spiel des Adels, fand es mit dem Erstarken des Bürgertums Einzug in Kaffeehäuser und andere beliebte Treffpunkte. Das heute primär von Kindern praktizierte Blinde Kuh-Spiel war anfangs als erotischer Zeitvertreib erdacht worden.

Spiele haben aber auch ihre Schattenseiten: Die Jagd nach dem besten Blatt kann zur Sucht ausarten. Was Spiele über Zeit und Gesellschaft aussagen, wie sich die Formen im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben und welche Auswüchse der Spieltrieb annehmen kann, ist Gegenstand dieser Reihe.

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  • Daphne Hruby