Elia Bragagna

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Was Frauen psychisch belastet

Aus Anlass des Internationalen Frauentags am 8. März widmet sich der Radiodoktor dieses Mal der weiblichen Psyche. Ein durch Sozialisation erzeugter geringerer Selbstwert, weniger gesellschaftliche und ökonomische Anerkennung und Gender-Stereotype in der Psychologie sind Gründe dafür, dass Frauen doppelt so oft von Depressionen betroffen zu sein scheinen wie Männer. Schon im Kindergartenalter zeigt sich bei Mädchen vermehrt ein "Mit-sich-hadern" und "An-sich-zweifeln". Dieser Zwiespalt wird im Teenageralter noch um das körperliche Selbstbild und die Orientierung an den nur selten zu erreichenden Normidealen verstärkt. Später kommen dann die Fragen nach Kind oder Ausbildung und Karriere hinzu. Die Pflege und Betreuung des Nachwuchses ist auch nach wie vor meist Aufgabe der Frauen. Ein nicht erfüllbarer Kinderwunsch wirkt sich ebenfalls negativ auf die weibliche Psyche aus und wenn "nachgeholfen" werden soll, ist es der Körper der Frau, der medizinische Prozeduren über sich ergehen lassen muss.
Gender-Stereotypen sind in der gesamten Gesellschaft vorhanden. So attestieren selbst Therapeuten und Psychologen ihren Patientinnen weitaus öfter psychische Probleme als das ihre weiblichen Kolleginnen tun. Dass Frauen häufiger Antidepressiva verschrieben werden, ist ohnehin seit vielen Jahren bekannt.
Das Thema weibliche Sexualität ist immer noch ein Randthema, über die Physiologie der weiblichen sexuellen Erregung wissen nur wenige Menschen Bescheid.
Seit Jahrhunderten kämpfen Frauen für Gleichberechtigung, die jüngsten politischen Entwicklungen machen schmerzhaft klar, dass die Ziele gerade wieder in weitere Ferne rücken. Schon vor seiner Wahl zum Präsidenten der USA fiel Donald Trump durch seine misogynen Aussagen auf, trotzdem haben ihm auch viele Wählerinnen zum Sieg verholfen. In Polen gab es letzten Herbst den Vorschlag, ein totales Abtreibungsverbot zu erlassen, das auch im Fall von Inzest und Vergewaltigung gelten sollte. Dies konnte durch lautstarken Protest großer Teile der Zivilbevölkerung verhindert werden, die regierende Partei entzog ihm in letzter Instanz im Parlament die Unterstützung. Es entsteht allerdings der Eindruck eines Backlash in der Gesellschaft und Politik Europas.

Dieses Mal diskutiert Univ.-Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos mit ihren Gästen über psychische Probleme von Frauen auch aufgrund andauernder Ungleichheiten und Mehrbelastungen.

Eine Sendung von Mag.a Sarah Binder.
Redaktion: Dr. Christoph Leprich

Service

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Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychosomatik, Sexualtherapeutin, Leiterin der Fortbildung im Bereich Sexualmedizin der österreichischen Ärztekammer
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Psychologin, langjährige Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, Gründerin der Frauengesundheitszentren F.E.M und F.E.M-Süd, Professorin an UniSalzburg und MedUni Wien, Trägerin des Frauenpreises der Stadt Wien
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Internationaler Frauentag 2017
Sexualmedizinische Hotline
Österreichische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin
Online Nachschlagewerk zum Thema Sexualität
Österreichische Gesellschaft für Gender Medizin
Wiener Programm für Frauengesundheit

Elia Bragagna, Rainer Prohaska, "Weiblich, sinnlich, lustvoll: Die Sexualität der Frau",
Wirtschaftsverlag Ueberreuter 2010

Beate Wimmer-Puchinger, Karin Gutierrez-Lobos, Anita Riecher-Rössler, , "Irrsinnig weiblich - Psychische Krisen im Frauenleben: Hilfestellung für die Praxis", Springer 2016

Ursula Nuber, "Wer bin ich ohne dich?: Warum Frauen depressiv werden - und wie sie zu sich selbst finden", Fischer Taschenbuch 2014

Sheryl Sandberg, "Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg", Econ Verlag 2013

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