Wie Krankheitserreger unsere Psyche beeinflussen

Trojaner im Kopf.
Von Sabrina Adlbrecht

Im Tierreich sind sie schon seit längerem bekannt - Parasiten, die Nervenbahnen und Gehirne ihrer Opfer angreifen und damit die Kontrolle über deren Verhalten übernehmen. Auf diese Weise sichern diese "Neuro-Manipulatoren" ihre Verbreitung. Und es deutet vieles darauf hin, dass verschiedene Krankheitserreger - Parasiten ebenso wie Viren und Bakterien - Vergleichbares auch beim Menschen machen.

Längst erwiesen ist zum Beispiel, dass das Tollwut-Virus bei Tier und Mensch zu massiven Verhaltensänderungen führt; ebenso weiß man von Halluzinationen nach einer jahrelangen Syphilis-Infektion. Es stehen aber weit mehr Erreger unter Verdacht, bei der Entstehung neurologischer und psychischer Krankheiten wie Depressionen, ADHS, Angststörungen und Schizophrenie eine Rolle zu spielen: Der Einzeller Toxoplasmosa gondii etwa, dessen Endwirt Katzen sind, der sich aber - nach symptomloser Infektion - auch im menschlichen Gehirn festsetzen kann.

Einige Erkenntnisse über solche "Psycho-Trojaner" gelten als gesichert, in vielen Fällen fehlen aber noch ausreichende Belege. Sollten diese einmal vorliegen, dann dürften bei einigen psychischen Leiden eher Antibiotika als Psychopharmaka die geeigneten Behandlungsmittel sein.

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