Ein Beagle

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Das Verhältnis zum Tier.

Kätzchen & Köter. Was wissen wir über die Beziehung mit unseren Haustieren?
Gäste: Flavio Marchetti, Regisseur & Filmproduzent; Judith Benz-Schwarzburg, Philosophin an der Abteilung Ethik am Messerli Forschungsinstitut in Wien.
Moderation: Elisabeth Scharang.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Seit Darwin steht die Frage im Raum, ob der Unterschied zwischen Mensch und Tier möglicherweise nur ein gradueller ist. Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuesten Erkenntnissen über das Wissen und Können von Tieren für ihren moralischen Status? Und was heißt das für unser Verständnis des Mensch-Tier-Verhältnisses?

Flavio Marchetti kommt aus einer Schlachthausarbeiterfamilie und hat mit sechs Jahren beschlossen, Vegetarier zu werden: "Die Beziehung zwischen Mensch und Tier erschien mir schon damals in sich widersprüchlich. Ich kannte den Schlachthof von innen, zugleich war unsere große Terrasse in einem der meistbewohnten Bezirke Roms ein Zufluchtsort für viele herrenlose und verletzte Tiere, die meine Schwester, unsere Eltern und ich versorgten. Wir hatten Reptilien, Papageien, Vögel, Mäuse, Katzen, Kaninchen, einen Hund und sogar eine Ente."

In seinem Kinodokumentarfilm "Tiere und andere Menschen" geht der Regisseur dem Verhältnis unserer Gesellschaft zu Tieren auf den Grund; allerdings legt er den Fokus dabei nicht auf die Nutztierhaltung sondern auf Haustiere. Ein Jahr lang war er dafür mit der Kamera im Wiener Tierschutzheim stiller Beobachter: "Ich finde interessant, dass die Diskussion über Massentierhaltung in den letzten zwanzig Jahren sehr viele Veränderungen gebracht hat: die Ernährungs- und Konsumgewohnheiten und auch die Gesetzgebung sind nach wie vor im Wandel - wenn auch langsam. Was die Lebensumstände von Haustieren betrifft, ist das allerdings nicht der Fall: Diese Tiere sind von der alle Lebensbereiche umfassenden Wegwerfkultur betroffen."

In Österreich gibt es mindestens 600.000 Hunde und rund 1,5 Millionen Katzen. Sie sind aus unseren Häusern und Straßen und auch aus unserer Vorstellungswelt nicht wegzudenken.

Aber was wissen wir wirklich über sie? Wie nehmen sie ihre Umgebung wahr? Was fühlen sie? Können sie sich verständlich machen? Können sie uns verstehen? Wie funktioniert das Zusammenleben mit ihnen?

Judith Benz-Schwarzburg forscht an der Schnittstelle von Kognitionsbiologie und Philosophie am Messerli Institut an der veterinärmedizinischen Universität in Wien. Die Philosophin stellt dabei die Frage, wie ähnlich uns Tiere sind und wie ethisch relevant diese Ähnlich für unser Verhältnis zu Tieren ist. Entwickelt sich das Verhältnis einer Gesellschaft zu Tieren analog zum Grad ihrer Zivilisation und ihres technischen Fortschritts?

Judith Benz-Schwarzburg und Flavio Marchetti sind zu Gast bei Elisabeth Scharang und Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen: unter punkteins@orf.at und 0800 22 69 79 - wie immer kostenlos aus ganz Österreich.

Service

Service

Der Film "Tiere und andere Menschen" läuft seit 13. Oktober im Kino.
Am 22. Oktober findet im Filmcasino in Wien um 13 Uhr eine Matinee mit anschließender Diskussion statt. Infos zum Film

Im Naturhistorischen Museum in Wien ist von 4.Oktober 2017 bis 2. April 2018 die Ausstellung "hund & katz" zu sehen mit einem ausführlichen Begleitprogramm.

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