Musik, Krawall und andere schöne Künste

50 Jahre Trikont Platten-Label

Künstler wie Attwenger, Hans Söllner, Rocko Schamoni und Ringsgwandl. Bernadette La Hengst, Coco Schumann und La Brass Banda - sie alle verbindet das gemeinsame Platten-Label: Trikont. Punk, Folklore, Electronic, Country oder Jodeln. All das wird auf dem Münchner Label verlegt. Den kleinsten gemeinsamen Nenner bei all der Bandbreite definieren die beiden Betreiber von Trikont: Eva Mair-Holmes und Achim Bergmann.
Seit 50 Jahren gibt es Trikont nun. "Musik, Krawall und andere schöne Künste." ist der Untertitel des fast 2kg schweren Bildbandes "Die Trikontstory" der Autoren Christof Meueler und Franz Dobler, der zum 50. Geburtstag erschienen ist. Darin nachzulesen ist die ungewöhnliche Geschichte eines Musiklabels, das sich abseits des Mainstream einen Namen für besondere Musik geschaffen hat. Populärmusik im besten Sinn. Gegründet wurde Trikont als Verlag von einigen Studierenden. 1967 veröffentlichten sie das Bolivianische Tagebuch von Che Guevara, später die Mao-Bibel und "Wie alles anfing" von Bommi Baumann. Alle drei Bücher wurden Verkaufsschlager.
Schon bald kam Trikont über Protestlieder zur Musik. Die erste Platte wurde von den Verlagsmitarbeitern noch selbst eingesungen. Protestlieder unter dem Titel "Wir befreien uns selbst". Ob Studenten-, Frauen-, Anti-Atomkraft- oder Hausbesetzerbewegung, ob Straßenmusiker oder amerikanische Ureinwohner - Trikont setzte sich ein. "Our own voice - unsere eigene Stimme" lautet das Motto des Labels.
Den Buchverlag gibt es mittlerweile nicht mehr. Geblieben ist der Musikverlag. Das Label Trikont legt einen Schwerpunkt auf alte und neue Volksmusik. "Fünf Griechen in der Hölle" hieß der Rembetika Sampler, der auch international ein Erfolg wurde. Trikont veröffentlicht Perlen der Popmusik ebenso wie rare Schellacks mit alter Volksmusik, schwarzen Hillbilly, Cajun oder finnischen Tango. Eine ganz besondere Entdeckung kommt aus Österreich: Attwenger. Als beste Zweimannband der Welt wurden Attwenger erst kürzlich in der Süddeutschen Zeitung bezeichnet. Morgen spielen sie im Wiener Chelsea.- Gestaltung: Zita Bereuter

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