Benni Raich und Rainer Pariasek

ORF/ROMAN ZACH-KIESLING

doublecheck

#doublecheck - das Ö1 Medienmagazin

Sind die Journalisten zu nah dran ?
Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn und Stefan Kappacher

Sind wir zu nah dran an denen, über die wir berichten? Merken wir, wenn wir von unseren Interviewpartnern instrumentalisiert werden? Unser Medienmagazin #doublecheck beschäftigt sich mit dem Thema Nähe und Distanz im Journalismus. Man spricht von der sogenannten "Verhaberung", wenn Journalisten und ihre Interviewpartner allzu gut befreundet sind und eine Hand die andere wäscht. Alle wissen, das gibt es. Zum Beispiel in der Politik, im Sport, in der Kultur. Wenige reden darüber. Wir schon.


Sagen wir doch "Du".

Die ORF-Sommergespräche, daran hat Tarek Leitner wohl nicht die besten Erinnerungen. Seine familiäre Verbindung zu SPÖ-Chef Christian Kern wurde zum Thema, man warf ihm Befangenheit vor. Anlass für die Debatte, ab wann man eigentlich befangen ist? Dürfen Journalisten mit ihren Interviewpartnern per Du sein? Manche haben kein Problem damit. Und von Politikern wird das Du und die vermeintliche Nähe ja durchaus mit Kalkül eingesetzt.


Politik, Sport und Kultur: Man kennt sich.

Ab wann man sich zu gut kennt, um ein unvoreingenommenes Interview zu machen, definieren Journalisten und Journalisten durchaus unterschiedlich. Neben der Politik sind zum Beispiel auch in der Sport- und der Kulturberichterstattung Naheverhältnisse ein Thema. Wenn man monatelang mit Skifahrern auf Reisen ist und mit dem Skiverband auch durch Verträge eng verknüpft, kann man dann noch unbefangen zum Beispiel über Missbrauchsfälle im Skisport berichten?


Spin-Doktoren und Instrumentalisierung.

Alteingesessene Journalisten und Journalistinnen behaupten sogar, in Österreich gäbe es keinen investigativen Journalismus. Wenn ein großer Skandal auffliegt, dann habe wahrscheinlich die gegnerische politische Partei Journalisten oder Journalistinnen die Information gesteckt, so die These. Viele Gründe also, um den Drahtseilakt zwischen Nähe und Distanz im Journalismus ins Bewusstsein zu rücken und zum Thema zu machen.

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