Elisabeth Samsonow

APA/HERBERT NEUBAUER

Kühne Philosophie - fließende Mythen

Tage der Unruhe - Elisabeth Samsonow
Buch: Böhmen ist der Ozean

Tage der Unruhe: Elisabeth Samsonow

Wenn die Philosophin und Künstlerin Elisabeth Samsonow über Politik nachdenkt, dann beschäftigt sie vor allem eines: Wie kann in der heutigen Kontrollgesellschaft eine Opposition aussehen? Im Wiener Theater Nestroyhof / Hamakom geht es derzeit um kühne philosophische Analysen. Unter dem Titel "Tage der Unruhe" sprechen, lesen und diskutieren dort Autoren und Philosophinnen über die politische Lage in Österreich und in der Welt. Nach dem Vortrag von Elisabeth Samsonow heute Abend, stehen in den kommenden Wochen unter anderem Robert Schindel, Theodora Bauer und Doron Rabinovici auf dem Programm.- Gestaltung: Sophie Menasse


Buch: Böhmen ist der Ozean

"Am Heimweg überquere ich die Wienzeile, der Wienfluss fällt schwarzbraun und regenvoll in Richtung Donaumündung. Auch dieses Mal sehe ich keinen Wassermann im Betonbecken, aber die Schaumkrönchen scheinen aus lauter winzigen Háceks und Strichen zu bestehen".- Die sie von den Namen geschnitten und weggeworfen hat, schreibt Rhea Krcmárová in ihrem bei Kremayr & Scheriau erschienenen Erzählband "Böhmen ist der Ozean". In Prag geboren, emigriert sie bereits als Kleinkind mit ihrer Familie aus der CSSR nach Wien. Sie studiert hier, wird Autorin, Textkünstlerin und Grenzgängerin zwischen den Kulturen. Sie interessiert sich für Mythologie und tschechische Sagengestalten, wie Wassermänner und weibliche Wassergeister, die "Rusalkas". Dem Element Wasser insgesamt sehr verbunden - Rhea bedeutet "die Fließende" - erinnert die lyrische Sprache in dem Buch an einen rätselhaften Fluss, der verbindend durch die teils realen, teils fiktiven Geschichten fließt. Darin erzählt Krcmarova vom Weggehen und Loslassen, vom Ankommen in einer neuen Welt, von Mündungen und Übergängen, von Orten aus Sand und Erinnerungen an die alte Heimat, von der Suche nach der Herkunft. Und Krcmarova stellt sich die Frage, warum ihr der Satz von Ingeborg Bachmann und William Shakespeare - "Böhmen liegt am Meer" - nicht richtig erscheint. Für sie muss es heißen: "Böhmen ist das Meer". Das von Inseln durchzogen ist, zum Verweilen einlädt - und doch unbekannt bleibt.- Ursula Mürling-Darrer

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Tage der Unruhe
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