Ausschnitt aus einem Gemälde von Lola Carr: Es zeigt die Votivkirche, auf der eine Österreich-Fahne weht.

HAZEL KARR

Flucht aus Wien 1938: Die Malerin Lola Carr und der Autor Georg Troller

Lola und der rote Fiaker vor der Votivkirche. Das Leben und die Erinnerungen einer jüdischen Künstlerin, die 1938 aus Wien vertrieben wurde. Feature von Kaye Mortley (DLR Kultur/ORF).

Lola Carr wurde 1915 geboren. Sie war Malerin, weder berühmt, noch bekannt, ihre Werke stellte sie kaum aus. Carr war eine Malerin, die niemals aufhörte, ihr Leben in Bildern wiederzugeben, geheimnisvoll, wie die Erinnerungen an einen Traum. Vielleicht, um zu überleben, vielleicht um die Erinnerungen an ihre Heimatstadt Wien wachzuhalten, die sie wie viele andere 1938 verloren hatte.

Die Bilder erzählen von Reisen in einem roten Fiaker, auf gewundenem Weg zwischen Wien, London, Paris und Tel Aviv. Von einem Wohnsalon, vollgestopft mit Vögeln und Städten. Der Salon ist der ruhende Pol in Lolas Welt in der Wiener Semperstraße 18, in dem die Mutter Klavier spielt, ihr Vater am Schreibtisch sitzt und Lola lesend auf der Couch liegt. Verlorenes Paradies. Der Himmel ist voller Raubvögel.

Es ist Lolas Geschichte und die Geschichte aller, die gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Zu Wort kommt unter anderen der österreichische Schriftsteller und Regisseur Georg Stefan Troller.

Die Autorin: Kaye Mortley, geboren in Sydney/Australien, promovierte in französischer Literatur in Strasbourg. Ihre Radioarbeit begann sie bei der ABC Sydney. Sie lebt seit 1981 in Paris und arbeitet für Radioanstalten weltweit. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen: Prix Futura, Prix Europa, Prix Italia.

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Bilder von Lola Carr:
http://www.hazelkarr.com/Hazel-Carr's-family.html

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