Renata Schmidtkunz auf der Bühne des Wiener Burgtheaters

ORF/JOSEPH SCHIMMER

MAT 180311 Live aus dem Burgtheater

1938/2018: Ist unsere Demokratie heute stark genug?

Vor 80 Jahren - am 15. März 1938 - verkündete Adolf Hitler vom Balkon der Neuen Burg aus den versammelten Massen auf dem Heldenplatz den "Anschluss Österreichs" an das Deutsche Reich. Eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Österreichs begann mit einer jubelnden Menschenmenge.

Um immer wieder den Anfängen zu wehren, sind die Fragen an die Vergangenheit auch für die Gegenwart relevant:
Wie konnten der "Anschluss" und das faschistische Regime so viel Zustimmung (oder zumindest Duldung) breiter Bevölkerungsteile bekommen? Woher rührte der moralische "Dammbruch", das Aggressionspotential, das sich in den "Anschluss"-Pogromen Luft verschaffte? Welche Vorurteile und Hetzparolen könnten heute die demokratischen Grundlagen unserer Wird das 21. Jahrhundert - wie Rolf Dahrendorf bereits 1997 meinte - ein "Jahrhundert des Autoritarismus"? Warum stößt die politische Kultur der repräsentativen Demokratie zunehmend auf Ablehnung, warum gewinnen populistisch instrumentalisierbare Formate wie Volksabstimmungen an Attraktivität? Was kann man tun, um die Demokratie zu stärken und antidemokratischen Tendenzen entgegenzuwirken?

Dazu diskutieren auf der Bühne des Burgtheaters unter der Leitung von Renata Schmidtkunz:
der Zeitzeuge Hugo Brainin, die tschechische Soziologin und Publizistin Alena Wagnerová, die Medienjournalistin Ingrid Brodnig, der Verfassungsrichter Christoph Grabenwarter und der Historiker Oliver Rathkolb.

Elisabeth Orth, Marie-Luise Stockinger, Branko Samarovski und Sebastian Wendelin lesen zeitgenössische Texte. Aus dem Projekt "Zeituhr 1938" werden historische Ausschnitte zu hören sein.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Burgtheater, dem Haus der Geschichte Österreich, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und der filmbakery.

Service

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"Anschluss" 1938. Eine Dokumentation, herausgegeben vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1988

Milton Mayer, "They thought they were free.The Germans, 1933-1945", The University of Chicago Press, Chicago & London, 1955/1966

Manfred Flügge, "Stadt ohne Seele: Wien 1938", Aufbau Verlag, Berlin 2018

Gerhard Jelinek, "Es gab nie einen schöneren März": 1938 Dreißig Tage bis zum Untergang, Amalthea Verlag, Wien 2017

Emmerich Tálos unter Mitarbeit von Florian Wenninger, "Das austrofaschistische Österreich 1933 - 1938", LIT Literaturverlag, Wien 2017

Burgtheater - Burg: 11.03.2018 um 11.00 Uhr Matinée "1938-2018 Können wir uns heute auf unsere Demokratie verlassen?"

Bibliographische Nachweise

Therese Lindenberg, "Apokalyptische Jahre. Die Tagebücher der Therese Lindenberg 1938 bis 1946". Christa Hämmerle/Li Gerhalter (Hg.), unter Mitarbeit von Ingrid Brommer und Christine Karner. Böhlau Verlag, Wien 2010

Carl Zuckmayer, "Als wär's ein Stück von mir. Horen der Freundschaft", Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1986

Hubert Wingelbauer, "Wollts den Hitler begrüßen fahren?", Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. März 1938 ("Anschluss") Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

Johannes Eidlitz, "Spektakel mehr als genug", DÖW. März 1938 ("Anschluss") Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

Egon Schwarz, in: Manfred Jochum, "Die Erste Republik in Dokumenten und Bildern", W. Braumüller, Wien 1983

Stella Kadmon,"Und da stand unser "lieber" Hausmeister in SA-Uniform", DÖW. März 1938 ("Anschluss")
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

Rose Marie Papanek-Akselried, "Die Verbrechen begannen am ersten Tag". In: Margarete Limberg/Hubert Rübsaat (Hg.), Nach dem "Anschluss". Berichte österreichischer EmigrantInnen aus dem Archiv der Harvard University, Mandelbaum, Wien 2013

Stefan Zweig, "Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers", Anaconda Verlag, Köln 2013

Hilde Spiel, "Aus meinen Taschenkalendern 1938 - 1945 (London)", zum ersten Mal veröffentlicht im Programm des Burgtheaters anlässlich der Aufführung von Anna und Anna am 14.04.1988

Zusammenstellung der Texte: Rita Czapka, Claudia Kaufmann-Freßner

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

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Hugo Brainins Rede

1938-1918