Frank Madeo

UNI GRAZ/LUNGHAMMER

Die molekulare Kraft des Fastens

12 Fragen an den Biochemiker und Alternsforscher Frank Madeo
Gestaltung: Birgit Dalheimer

Recycling ist unverzichtbarer Teil des Alltags - auch in unseren Zellen. Altes und Kaputtes wird abgebaut, aus den Einzelteilen wird Neues aufgebaut. Den Mechanismus dahinter nennen Wissenschafter "Autophagie". Für seine Entdeckung erhielt der Japaner Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis.

In Österreich forscht Frank Madeo seit rund 15 Jahren zu diesem Thema. Er leitet den Forschungsbereich Alterung und Zelltod an der Universität Graz. Ihn interessiert, was Autophagie mit Gesundheit und Altern zu tun hat. Er erforscht Nahrungsmittel und Stoffe (wie Kaffee oder Spermidin), die Autophagie auslösen. Und den natürlichsten Autophagie-Auslöser überhaupt: das Fasten.

Ab etwa 14 bis 16 Stunden Fasten wird Autophagie im Körper aktiviert. Diese Erkenntnis hat für den Biochemiker auch konkrete persönliche Folgen: er isst aus wissenschaftlich begründeter Überzeugung, damit etwas für seine Gesundheit zu tun, seit langem nur mehr eine Mahlzeit pro Tag. Seit Jahren bekommt der umtriebige und hoch produktive Wissenschafter Job-Angebote aus aller Welt. Bisher war keines verlockend genug. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters bleibt lieber in seiner Wahlheimat Graz.

Service

Literatur:

Frank Madeo, "Hymne auf ein liederliches Leben", Roman. Erschienen im Verlag Klöpfer und Meyer 2006. ISBN: 978-3937667805

Slaven Stekovic, "Der Jungzelleneffekt. Wie wir die Regenrationskraft unseres Organismus aktivieren". Erschienen im Verlag edition a, 2018. ISBN: 978-3990012642

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