Dine Petrik im Sog ihrer Kindheit

"Stahlrosen zur Nacht". Von Dine Petrik. Es liest: Michaela Willig. Gestaltung: Michaela Frühstück

Es ist ein hoffnungsbanges Warten, das Dine Petriks Erzählerin durch die ersten zwei Jahrzehnte ihres Lebens treibt. Das Hoffen darauf, der Vater könne doch noch aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehren. Auch ihre zwei Brüder sterben, einer im Weltkrieg, der andere daran, dass er desertiert ist.

Petrik schreibt von einer lieblosen Kindheit in einem österreichischen Dorf. Einer Kindheit, geprägt von harter Arbeit und kühler Strenge. Introvertiert und mächtig ist die Sprache, mit der die Autorin ein beklemmendes Nachkriegsgefühl evoziert.

"Schreiben, dachte ich, wäre ein Mittel, mehr Klarheit über mich zu erlangen", sagt Dine Petrik und nähert sich seit dreißig Jahren literarisch ihrem Ich. Ihre eigene schwere Kindheit im Burgenland der 1940er Jahre ist prägend für die Literatur der wortgewaltigen Autorin.
Petrik trat anfangs als Lyrikerin in Erscheinung, eine Gattung, in der sie bis heute ihren eigenständigen, eigenwilligen Ton angibt. Sie schreibt Romane, Essays und hat mehrere biographische Arbeiten über die Schriftstellerin Hertha Kräftner verfasst.

Service

Dine Petrik, Stahlrosen zur Nacht. Bibliothek der Provinz, 2018

Sendereihe

Übersicht