Marx neu gehört

"Karl Marx: Das Kapital. Erster Band" von Rimini Protokoll (Bernd Ernst, Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel). Mit Thomas Kuczynski, Ulf Mailänder, Talivaldis Margevics, Jochen Noth, Christian Spremberg, Sascha Warnecke, Ralf Warnholz, Franziska Zwerg u. a. Regie: Helgard Haug und Daniel Wetzel (DLF/WDR 2007).

Die große Analyse von Karl Marx hat einen prominenten Platz im Kanon jener Bücher, die alle kennen und die keiner gelesen hat. Für das Autorenkollektiv "Rimini Protokoll" ist "Das Kapital" ein dramatischer Text - ein tragischer Text, keine Komödie. Aber es geht nicht um einen Abgesang und auch nicht um graue Theorie. Die sieben Siegel dieses Buches sollen mit Hilfe von Menschen geöffnet werden, die mit ihm gelebt haben.

"Karl Marx: Das Kapital, Band 1" führt die Fäden eines internationalen Casting- und Forschungsprojektes zusammen, bei dem Menschen aus unterschiedlichen Gegenden des europäischen Kontinents in ihrer Sprache und mit ihren Biografien unterschiedliche Perspektiven auf dieses zu dicke Buch beitragen und vertreten. Es geht nicht darum, wie die Regie es liest, sondern wer es überhaupt gelesen hat. Nicht so sehr darum, was darin steckt, sondern wo in der Gesellschaft es steckt, wer es benutzt und kennt, unabhängig von politischer Couleur und wirtschaftlicher Praxis.

Die Autoren Bernd Ernst, Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel, die gemeinsam als "Rimini Protokoll" fungieren, wurden für ihre Auseinandersetzung mit dem Hauptwerk von Marx mit dem renommierten "Hörspielpreis der Kriegsblinden" ausgezeichnet wurden. Die Jury rühmte vor allem die "zeitgemäße Weiterführung des Originalton-Hörspiels", sie genoss den "subtilen Witz, die scharfe politische Analyse" und vor allem den "akustischen Mehrwert" des Stücks.

Service

Aus rechtlichen Gründen kann diese Sendung nicht zum Download angeboten werden.

Sendereihe

Übersicht