Sonnenstrahlen

APA/dpa/Julian Stratenschulte

Johannes Huber über Wissenschaft und Jenseitsglaube

"Jenseits von Raum und Zeit". Johannes Huber, Mediziner und katholischer Theologe, prüft vor einem wissenschaftlichen Hintergrund mit Blick auf Transzendentales die Zeit nach dem Tod. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Gelegentlich, aber doch immer wieder bekommt man als Wissenschaftler die Gretchenfrage gestellt, die zu beantworten eigentlich nicht Aufgabe der Naturforschung ist - ihr Bestreben besteht eher darin, jene Naturgesetze zu erkennen, die uns das ermöglichen, was ein jahrtausendalter Traum der Menschheit war: nämlich Voraussagen zu treffen, die dann auch tatsächlich eintreffen; man benötigt keinen Wettergott mehr, um zu wissen, wann Regen zu erwarten sei.

Das heißt allerdings nicht, dass der Naturwissenschaftler alle Brücken zum Transzendentalen abbrechen soll, denn die großen, viele Menschen sehr wohl beschäftigenden Fragen: woher komme ich - wohin gehe ich - diese kann und soll auch die Naturwissenschaft nicht beantworten - sie würde dabei ihre Kompetenz überschreiten. Naturwissenschaft und Religion betätigen sich in zwei unterschiedlichen Gebieten. Natürlich soll es andererseits sehr wohl auch nicht unvernünftig sein - und hier berühren sich Weltanschauung und Naturforschung sehr wohl - an Dinge zu glauben, die jenseits unseres Erkenntnishorizonts liegen. Dass es diesen Raum sehr wohl gibt, bestätigt die Hirnforschung des 21. Jahrhunderts. Wolf Singer, ein prominenter Neurophysiologe meinte kürzlich, er lebe mit der Gewissheit, dass das, was sich uns erschließt, nur ein Teil von etwas Größerem, nicht Erfassbarem sein kann.

So ist ja selbst die Lichtgeschwindigkeit nicht nur eine physikalische Konstante, sondern auch eine unüberwindbare Geschwindigkeitsgrenze - eine Art Welthorizont - ähnlich wie die Quantenunschärfe im Mikrokosmos und lässt es zumindest als intellektuell redlich erscheinen, wenn man persönlich in sinnstiftenden Fragen auf unseren Verstand übersteigende, transzendentale Inhalte zurückgreift.

Service

Johannes Huber, "Der holistische Mensch. Wir sind mehr als die Summe unserer Organe", edition a

Kostenfreie Podcasts:
Gedanken für den Tag - XML
Gedanken für den Tag - iTunes

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Franz Schubert/1797 - 1828
Titel: Symphonie Nr.3 in D-Dur DV 200
* Allegretto - 2.Satz (00:03:55)
Orchester: Wiener Philharmoniker
Leitung: Riccardo Muti
Länge: 03:55 min
Label: EMI CDC 7498502

weiteren Inhalt einblenden