Lochblende

AP/KEYSTONE/Georgios Kefalas

Gabriele Kögl über Wahrheit und unsichere Erinnerung

"Camera obscura". Von Gabriele Kögl. Es liest: Silvia Meisterle. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

Was ist Realität, was ist Einbildung? Kann man seinen eigenen Wahrnehmungen trauen? Die Erzählung der Wiener Autorin Gabriele Kögl umkreist Fragen der Schuld und der Verwirrung, der Trauer und der Orientierungslosigkeit. Nach einem schweren Schock wird die Herrschaft des Auges ersetzt durch die Herrschaft der Erinnerung- der bekanntlich nie zu trauen ist! Als Titel wählte Gabriele Kögl den Namen eines altmodischen Geräts. Die "Camera Obscura" oder Lochkamera lässt nur scheinbar ein Abbild der Wirklichkeit entstehen. Die von ihr erzeugten Bilder sind fragmentarisch, und oft auch verzerrt.

Sie hören ein Kapitel aus einem bis jetzt unveröffentlichten längeren Manuskript von Gabriele Kögl. Unter dem Arbeitstitel "Zweitkind" geht es in diesem Romanprojekt um eine Mutter, die dagegen ankämpft, ein Kind mehr zu lieben als das andere. "Wenn ich auf meine Arbeiten schaue", sagt Gabriele Kögl, "dann sehe ich, dass Frauen fast immer im Mittelpunkt meiner Geschichten stehen". "Höllenkinder", "Vorstadthimmel" oder "Mutterseele" heißen Romane der 1960 in Graz geborenen Wiener Autorin. Und auch in manchen der Theaterstücke von Gabriele Kögl, wie zum Beispiel in der bitterbösen Alltagssatire "Fressen, Kaufen, GassiGehen oder die Treue hat einen Hund", wird die Lebenssituation von Frauen zum Brennpunkt einer differenzierten Gesellschaftsanalyse.

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Gabriele Kögl, "Camera obscura", Manuskript, 2017

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