Innere der Kathedrale von Antwerpen, Ölgemälde

ULRICH GHEZZ/SAMMLUNG SCHOENBORN-BUCHHEIM/RESIDENZGALERIE SALZBURG

Gedanken für den Tag

Gernot Candolini über Kathedralen und Dome

"Kathedralen - Heimat der Seele". Gernot Candolini, Leiter der Montessorischule Innsbruck, Autor und Designer von Labyrinthplätzen, erzählt über die Atmosphäre der Räume, die dahinterliegende Mystik und Symbolik, und berichtet über die außerordentlichen Ereignisse, die diese Kathedralen erlebten. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Kathedralen, Dome, Münster gehören zu den Meisterwerken menschlicher Baukunst. Ihre Größe und Erhabenheit beeindrucken und faszinieren mich und viele andere Menschen. Ihre Ausstrahlung ist zeitlos, auch wenn sie in den wechselvollen Zeiten der Geschichte Niedergänge und Aufschwünge miterlebt haben. Viele Menschen besuchen sie zur inneren Einkehr oder einfach, um zu schauen und zu staunen. Kathedralen sind Anziehungspunkte für Touristen und Pilger, und jene, die einen Ort suchen, an dem sie auftanken können.

Kathedralen beeindrucken beim Wandeln zwischen den Säulen, durch die harmonische Schönheit und Klarheit des Lichtes, die Meisterschaft der Handwerker, die große Sprache der Kunst und die Fülle der Perspektiven. Hier lässt sich der Rückhalt der Ahnen erfahren, die Kraft der Geschichten, die spürbar bleibende Energie der Gebete und Liturgien. Manchmal umhüllt die Kathedrale dabei die Seele wie einen Mantel.

Viele Kathedralen und Dome gleichen Angelpunkten, Naben eines Rades oder Weltenbäumen, die der Stadt ein Zentrum geben, einen Mittelpunkt, um den sich das alltägliche Leben dreht. Kathedralen lassen immer wieder neu das Gefühl der Bewunderung entstehen und den Wunsch, diese Orte mögen für immer bestehen bleiben.

So schrieb der französische Bildhauer Auguste Rodin nach einem Besuch der Kathedrale von Chartres: "Die Kathedrale erwartet künftige Generationen, die würdig sein werden, sie zu verstehen. So hofft sie und schwingt sich stolz empor und bezeugt uns, dass der menschliche Geist in manchen Stunden zu neuem Leben erwacht, zur harmonischen, in sich ruhenden Ordnung zurückkehrt und zum Schöpfer des unvergänglichen Schönen wird.

Service

Gernot Candolini: Labyrinthe

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Guillaume Dufay/um 1400 - 1474
Gesamttitel: JEANNE LA PUCELLE / Original Filmmusik
Titel: Les voix : Veni sanctu spirito
Untertitel: LE DEPART
Solist/Solistin: Montserrat Figueras /Sopran
Solist/Solistin: Maria Cristina Kiehr /Sopran
Solist/Solistin: Kai Wessel /Countertenor
Solist/Solistin: Michael Behringer /Orgel
Länge: 02:00 min
Label: Travelling Auvidis / Extraplat

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