Trinkende Menschen in einer illegalen Taverne in Südafrika

AFP/RODGER BOSCH

Kolonialismus mittels Alkohol

Während bei uns der Alkoholkonsum auf hohem Niveau stagniert, erschließen große Alkoholkonzerne nun Afrika.
Gestaltung: Thomas Kruchem

In Afrika trinkt erst eine Minderheit Alkohol - dies allerdings meist exzessiv. Aggressive Alkoholwerbung suggeriert Männlichkeit und Status; die Konzerne fördern Sport- und Musikevents. Wer sich die Drinks nicht leisten kann, konsumiert stattdessen gefährliche Hinterhofprodukte. Die gesundheitlichen und sozialen Folgen sind verheerend: Diabetes, Herz-, Kreislauf- und Hirnschäden verbreiten sich explosionsartig; das am stärksten betroffene Südafrika ist "Weltmeister" bei Autounfällen und Vergewaltigungen unter Alkoholeinfluss und bei Schäden an ungeborenen Kindern. In manchen Regionen kommt jedes vierte Baby alkoholgeschädigt zur Welt. Experten fordern immer lauter ein energisches Eingreifen der WHO, Werbe- und Verkaufsverbote sowie hohe Alkoholsteuern in Afrika.

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