Andrea Winkler und das leise Glück des Rückzugs

"Die Frau auf meiner Schulter". Von Andrea Winkler. Es liest Gerda Lischka. Gestaltung: Daniela Wagner.

Martha hat sich zurückgezogen. Einst mitten im Leben, strandet sie allein in einer unvorhergesehenen Phase der Untätigkeit. Auf unbestimmte Zeit mietet sie sich in einem Dorf im Haus des verstorbenen Friedrich ein.
Kleine, stille Geschehnisse hält sie in tagebuchartigen Notizen fest. Nach und nach entschlüsselt sich über diese Einträge auch ein Stück der Vorgeschichte der Frau, die früher mit selbstverständlicher Lust ihrer Tätigkeit nachging.

Nun ist alles anders: verlangsamt, stiller, tiefer. Das "Experiment Rückzug" schärft die Sinne, und doch lässt es über Monate kein Zukunftsziel erahnen. Im Gefüge des Dorfs bleibt Martha nicht die einzige, die sich wie aus der Zeit gefallen fühlt. Es formiert sich ein loses Grüppchen von besonderen Menschen. Sie alle tasten sich mit liebenswürdiger Akribie und Hingabe an neue Lebensentwürfe heran.

Andrea Winkler, Jahrgang 1972, ist in Freistadt in Oberösterreich geboren und lebt in Wien. Bücher wie "Arme Närrchen. Selbstgespräche", "Drei, vier Töne, nicht mehr" oder "König, Hofnarr und Volk. Einbildungsroman" zählen zu den Werken der studierten Germanistin und Theaterwissenschafterin.

2009 wurde die Autorin für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Für ihre Arbeiten erhielt sie unter anderen Auszeichnungen wie den Literaturpreis Wartholz 2008, den Österreichischen Förderpreis für Literatur 2008 oder den Reinhard Priessnitz Preis 2010.

Service

Andrea Winkler, "Die Frau auf meiner Schulter", Roman. Zsolnay Verlag, 2018

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht