Szenenausschnitt einer Rossini-Oper

AP/MARY ALTAFFER

Radiokolleg - Große Oper, große Küche

Der Komponist und Gourmet Gioachino Rossini (1). Gestaltung: Christine Höfferer

Am Anfang ein Rezept: Mischen Sie ein Drittel Erdbeerpüree mit zwei Dritteln eisgekühltem Prosecco - und schon haben Sie den Cocktail Rossini. Etwas aufwändiger ist die Zubereitung von Tournedos a la Rossini oder eines schmackhaften Steinpilzrisottos, welches ebenfalls den Namen des Komponisten trägt. Wie kein anderer Musiker ist Gioachino Rossini auch als Gourmet in die Kulturgeschichte eingegangen. Kein Wunder, denn dass Rossini als ein dem Genuss zugeneigter Mensch gelten kann, ist auch an seinen überbordenden, spritzigen, zum Wahnwitz neigenden Kompositionen zu erkennen.

Gioachino Rossini, dessen Todestag sich am 13. November zum 150. Mal jährt, ist vor allem als Opernkomponist bekannt. Sein alles überstrahlende Meisterwerk ist der "Barbier von Sevilla". Oft gespielt wird auch "Guillaume Tell", die letzte Oper Rossinis mit ihrer unglaublich sicheren Theatralität, Verve und Virtuosität. Erst in den vergangenen Jahrzehnten jedoch wurde die Meisterhaftigkeit von Rossinis umfangreichen ernsthaftem Opern-Repertoire wiederentdeckt. Man denke nur an "La Donna del Lago", "Semiramide" oder "Ermione" - diesen Sommer bei den Tiroler Festspielen in Erl aufgeführt.

In der Zusammenarbeit zwischen Musikwissenschaft und Praxis entstand in den letzten Jahren eine neue Interpretation des Komponisten, besonders durch das Rossini Opera Festival in Pesaro, wo Rossini 1792 geboren wurde. Das Rossini-Festival stellt dem Publikum die neuen musikwissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die die regen Rossini-Forscher erarbeitet haben. Diese werden in neuen Inszenierungen auf die Bühne gebracht. Dabei werden mitunter auch Weltstars entdeckt, wie zum Beispiel Juan Diego Flórez, der Tenor, der durch Rossini zu Weltruhm gelangte.

Gioachino Rossinis "Barbier von Sevilla" war auch die Eröffnungsoper eines neuartigen italienischen Kulturprojektes, des Operacamion. Operacamion, das ist Oper aus dem LKW ohne Eintrittskarten, auf der Piazza, für alle, Selfies und Mitschnitte sind erlaubt. "Der Operacamion ist ein neues Format, das notwendig ist," sagt der Regisseur Fabio Cherstich, der alle zur Oper bringen will: "wenn die Leute nicht in die Oper gehen, dann muss die Oper zu den Leuten kommen".

In 20 Jahren schrieb Rossini 40 Opern und versetzte damit Europa in einen Rossini-Rausch. Dann hörte er auf, für die Opernbühne zu komponieren. In seinem späterem Leben schuf er zwei geistliche Kompositionen, die zum schönsten, was die abendländische Musik zu bieten hat, gehören: Das "Stabat Mater" und die "Petite Messe Solennelle". Ab 1858 komponierte Rossini hundert Klavierstücke, die für ihren Witz und für ihre originellen Titel bekannt sind, und fasste sie unter der Bezeichnung "Kleine Alterssünden" zusammen.

Playlist

Komponist/Komponistin: Philippe Cohen Solal
Komponist/Komponistin: Christoph H. Müller
Komponist/Komponistin: Eduardo Makaroff
Album: LUNATICO
Titel: Diferente
Ausführende: Gotan Project /Gesang m.Begl.
Solist/Solistin: Cristina Villalonga /Gesang m.Begl.
Länge: 05:23 min
Label: Ya Basta/Discograph YAB023 (Promo-CD)

Komponist/Komponistin: Richard Adler
Bearbeiter/Bearbeiterin: Gotan Project
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Jerry Ross
Album: VERVE / REMIXED 2
Titel: Whatever Lola wants (Lola gets) / aus dem Musical "Damn Yankees" (Gotan Project Remix)
Solist/Solistin: Sarah Vaughan /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Gotan Project /Remixer
Ausführender/Ausführende: Nini Flores /Bandoneon
Ausführender/Ausführende: Edouardo Makaroff /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Philippe Cohen Solal /Electronicz, Beats
Ausführender/Ausführende: Christophe Müller /Electronicz, Beats
Länge: 04:40 min
Label: Verve/Universal 9860738 (2 CD)

Sendereihe

Gestaltung

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