Britische Flagge und EU-Flagge

AFP/TOLGA AKMEN

Brexit, Tschechien vor der EU-Wahl, Kirchenpolitik in Griechenland, Gründerinnen in Estland

Der Brexit wird konkret +++ Ein Pirat regiert in Prag - das tschechische Parteiensystem im Umbruch +++ Griechenland: Kirche und Staat trennen sich - ein bisschen +++ Gründerinnenszene in Estland: jung, digital, weiblich -Moderation: Markus Müller-Schinwald

Der Brexit wird konkret

Seit zwei Jahren wird verhandelt, jetzt liegt endlich ein Papier auf dem Tisch, das regelt, wie der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU tatsächlich ablaufen könnte. Premierministerin Theresa May hat den Vorschlag Mitte der Woche vorgestellt, jetzt ist die Frage, ob sie ihn innenpolitisch durchsetzen kann. Wichtige Minister haben die Regierung bereits verlassen, der Widerstand der Brexiteers gegen den Vorschlag ist groß. Welche Hindernisse muss Theresa May noch überwinden, ist eine Zustimmung realistisch und wie ist die Stimmung in der Gesellschaft? Diese Fragen beantwortet als Studiogast Tessa Szyszkowitz, London-Korrespondentin des Profil und Autorin des Buches "Echte Engländer".


Ein Pirat regiert in Prag - das tschechische Parteiensystem im Umbruch

Im kommenden Mai finden die Wahlen zum EU-Parlament statt. Am Papier ist es eine transnationale Wahl, in Wirklichkeit bestimmen aber meist nationale Gegebenheiten, welche Parteien ihr Land auf europäischer Ebene vertreten. Das Europajournal berichtet in einer losen Serie über die innenpolitische Ausgangslage vor der Wahl. Unsere erste Station ist Tschechien. Dort ist am Wochenende der Vertreter der Partei "Die Piraten" zum Bürgermeister der Hauptstadt Prag gewählt worden. Die traditionellen Parteien haben beim letzten Wahlgang eine schwere Niederlage erlitten, die größte Regierungspartei ANO wurde überhaupt erst im Jahr 2011 gegründet. Ein Ausblick auf die EU-Wahl aus Prag von Kilian Kirchgeßner.


Griechenland: Kirche und Staat trennen sich - ein bisschen

Die Priester der orthodoxen Kirche sind in Griechenland traditionell Staatsangestellte, die Kirche ist ein politischer Machtfaktor. Die Syriza-Partei von Alexis Tsipras ist angetreten, das zu ändern, und ein knappes Jahr vor dem Ende ihrer Amtszeit haben sich Regierung und Kirchenführung auf eine Art Entflechtung geeinigt: 10.000 Priester sollen aus dem Staatsdienst entlassen werden. Kritikern auf der Linken geht die Trennung zu wenig weit, denn bezahlt werden die Priester immer noch vom Staat, wenn auch indirekt. Kritiker von rechts fürchten um die nationale und religiöse Identität des Landes, berichtet aus Athen Alkyone Karamanolis.


Gründerinnenszene in Estland: jung, digital, weiblich

Die IT-Branche ist weltweit nach wie vor eine Männerdomäne, zumindest wenn es um die Führungsetagen geht. In Estland ändert sich das schneller als anderswo. Bestes Beispiel: Kristel Kruustük. Die 28-Jährige hat 2012 das IT-Startup "Testlio" in Tallinn gegründet und leitet seitdem das Unternehmen mit weltweit 10 000 Mitarbeitern. Nach Angaben der staatlichen Agentur "Startup Estonia" hat bereits ein Fünftel aller estnischen Startups mindestens ein weibliches Gründungsmitglied. Auch in anderen Bereichen sind Frauen stark vertreten: So ist der Anteil von Frauen im estnischen Polizeidienst der höchste in der gesamten EU. Trotz aller Freiräume haben Unternehmerinnen aber auch im Baltikum nach wie vor mit Chauvinismus und Männercliquen zu kämpfen. Eine Reportage von Christoph Kersting.

Moderation: Markus Müller-Schinwald

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