Pablo Solon: Klimawandel, Lorenzo Vidino: Dschihadisten, Ukraine: Religionsfreiheit

Klima und Gerechtigkeit - Globalisierungskritiker Pablo Solón zum Klimawandel +++ Weniger Anschläge, neue Rekrutierungsgebiete - Ein Extremismusforscher zieht Bilanz +++ Religionsfreiheit in Gefahr. - Moderation: Judith Fürst

1. Klima und Gerechtigkeit - Globalisierungskritiker Pablo Solón zum Klimawandel

Der Klimawandel mit all seinen Auswirkungen gehört zu den größten und realsten Bedrohungen der Erde. Zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Katowice in Polen, die am 3. Dezember begonnen hat, sprach UNO-Generalsekretär Antonio Guterres gar von einer "Frage von Leben und Tod". Für den südamerikanischen Globalisierungskritiker Pablo Solón ist der Klimawandel nur ein Aspekt einer multiplen Krise, in der sich die Welt befindet. Besonders kritisch sieht der Bolivianer, der für sein Heimatland mehrere Jahre lang UNO-Botschafter war, den weltweiten Kapitalismus. Am Rande seines Besuches in Österreich hat Andreas Mittendorfer mit ihm gesprochen.


2. Weniger Anschläge, neue Rekrutierungsgebiete - Ein Extremismusforscher zieht Bilanz

Die Anzahl an islamistisch motivierten Anschlägen und Attacken im Westen ist zurückgegangen - Extremismusforscher und -forscherinnen stellen diesen positiven Trend zwar fest, dennoch warnen sie: Dschihadisten finden offenbar neue Rekrutierungsmöglichkeiten. Lorenzo Vidino leitet die Extremismusforschungsstelle an der George Washington University. Für Aufsehen hat er hierzulande zuletzt mit einer Studie über die Muslimbruderschaft in Österreich gesorgt. Kürzlich war Lorenzo Vidino zu Gast in Wien und hat mit Kerstin Tretina über IS-Rückkehrer und die Rekrutierung von neuen Dschihadisten gesprochen.


3. Religionsfreiheit in Gefahr

In der Ukraine ist die Freiheit der Religionsausübung auf verschiedene Weise gefährdet. So klagt einerseits die Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats über massiven politischen Druck durch die ukrainische Führung unter Präsident Petro Poroschenko, der sich vehement für die Bildung einer eigenständigen, autokephalen Kirche des Kiewer Patriarchats einsetzt. Hinzu kommt der Vorwurf, nicht nur durch ukrainische Ultranationalisten, eine fünfte Kolonie Moskaus zu sein. Doch während das Moskauer Patriarchat derzeit nicht an seiner Religionsausübung gehindert wird, haben in den pro-russischen Rebellengebieten verschiedene Kirchen und Religionsgemeinschaften große Probleme. In Donezk wurden die "Zeugen Jehovas" als extremistische Organisation verboten, eine neue Registrierung aller religiösen Gemeinschaften muss bis Ende März erfolgen. In Lugansk ist die Frist dazu bereits abgelaufen, und eine Registrierung wurde vor allem jenen Kirchen verweigert, die als pro-ukrainisch gelten. ORF-Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz war jüngst wieder in Donezk und hat auch mit Vertretern mehrerer Kirchen gesprochen.

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