Regenbogen

ORF/EDGAR SCHÜTZ

Ecuador - vielfältiges Land am Äquator

Ambiente Spezial: Mitad del Mundo - Von der Mitte der Welt in die Anden. Eine Reise durch Ecuador. Von Edgar Schütz
Redaktion: Ursula Burkert

2019 steht ganz im Zeichen von Alexander von Humboldt, dessen Geburtstag sich zum 250. Mal jährt. Der deutsche Naturforscher unternahm zu Beginn des 19. Jahrhunderts ausgedehnte Expeditionen nach Lateinamerika, die ihn auch nach Ecuador führten.

Seinen Namen hat die 1830 gegründete República del Ecuador vom Äquator, der sich durch das lateinamerikanische Land zieht. Daran erinnert auch das Monument "Mitad del Mundo" nahe der Hauptstadt Quito. Allerdings wurde dieses - wie neueste Messungen ergaben - rund 244 Meter neben der tatsächlichen "Mitte der Welt" erbaut. Seit einigen Jahren kann ein paar Kilometer entfernt die Sonnenuhr der Forschungsgruppe "Quitsato" besichtigt werden. Sie steht laut ihren Betreibern tatsächlich auf der Äquatorlinie.

Die Hauptstadt Quito wiederum wurde von den spanischen Kolonisatoren per Federstrich schachbrettartig in die auf 2.850 Metern gelegene Landschaft gesetzt. Die Folge waren teils extrem steile Straßen. Quito ist auch die höchst gelegene Hauptstadt der Welt. Das sehenswerte historische Zentrum wurde wegen seines besonderen Kolonialstilensembles bereits 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben. Als erster Ort, dem diese Ehre zuteilwurde. Im Stadtteil Bellavista kann das ehemalige Wohnhaus und Atelier des 2002 verstorbenen Maler Oswaldo Guyasamín besucht werden. Im Mittelpunkt steht sein erst posthum nach seinen Plänen beendete Opus Magnum. "La Capilla del Hombre". Die "Kapelle des Menschen" ist ein künstlerisch gestalteter Überblick über ein Jahrtausend lateinamerikanischer Geschichte und kulturellen Erbes.

Ein Ausflug in die Anden bringt bisweilen einen Einblick in das lange Zeit karg gewesene Leben der Indigenen, die auf den Haciendas der reichen Oberschicht als billige Arbeitskräfte ausgenutzt wurden. Zum Teil haben sie sich aber mittlerweile emanzipiert und auch touristische Projekte auf die Beine gestellt. Am Rand des Kratersees von Quilotoa zum Beispiel ist mit Hilfe von NGOs ein nettes Feriendorf entstanden, in dem auch lokales Kunsthandwerk angeboten wird. In der Nähe haben Künstler ihre Ateliers, die sich der naiven indigenen Malerei widmen. Dass ihre Bilder mittlerweile weit über die Grenzen Ecuadors bekannt sind, ist auch Olga Fisch zu verdanken. Die 1901 in Budapest geborene Künstlerin, die in der Zwischenkriegszeit auch in den Weiner Werkstätten aktiv war, floh als Jüdin vor den Nationalsozialisten nach Ecuador. Dort machte sie sich anfangs zum Gespött der Oberschicht, weil sie die als primitiv abgestempelte Volkskunst der Indios förderte. Letztlich gewann sie aber an Respekt und wurde sogar an die "Escuela de Bellas Artes" berufen. Fisch starb 1991 in Quito.

Service

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Reisetipp:

Zwei Ö1 Studienreisen nach Ecuador werden Ende April und Anfang Oktober 2019 durchgeführt. Reisekatalog

Erich Preiss (gebürtiger Österreicher in Ecuador) erteilt Auskünfte über das Reisen in Ecuador: erich@horizontesandinos.com / Tel +593 999 165 111

Buchtipps:

Rüdiger Schaper: "Der Preuße und die neuen Welten". Siedler Verlag.
(Alexander von Humboldt / 250. Geburtstag)

Wolfgang Falkenberg: "Ecuador". Reise Know How Verlag.

Julia Paffenholz und Raúl Jarrin: "KulturSchock Ecuador". Reise Know How Verlag.

Volker Feser: "Ecuador". Michael-Müller-Verlag.

Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: A.M. Garcia
Titel: Chuqui/instr.
Ausführende: Calchakis
Leitung: Hector Miranda
Länge: 02:28 min
Label: Arion ARN 64090

Komponist/Komponistin: Ivan Landinez
Titel: Landino
Ausführender/Ausführende: La Populär
Länge: 02:16 min
Label: Putumayo World Music P342

Komponist/Komponistin: Carlos Perugachi
Titel: Huicucha/instr.
Solist/Solistin: Juan Cayambe /Fidel
Ausführende: Unbekannt
Länge: 01:42 min
Label: A.S.P.I.C. X 55505

Komponist/Komponistin: Luis Alban, Susan Alban
Titel: Hijos del Viento
Ausführender/Ausführende: Tribus Futuras
Länge: 05:48 min
Label: Putumayo World Music P342

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